Rotorman's Blog

19. April 2020
von Juergen
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Nicht reden, tun! Hans-Peter Hanusch
und das Hirzenhainer Soldatengrab

Vorher – nachher.

Epiktet hätte es gefallen, wenn’s ihn noch gäbe. Aber der antike Philosoph und Stoiker hat bereits vor 1.882 Jahren das Zeitliche gesegnet. Willi Ehrecke, der heimtückisch von US-Jagdflieger am Rettungsschirm erschossene deutsche Me 262-Pilot, liegt noch nicht ganz solange unter der Erde des von den Eingeborenen „Hesse-Lu“ genannten Hirzenhainer Friedhofs. 75 Jahre, um genau zu sein. Weiterlesen →

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14. April 2020
von Juergen
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Hirzenhain: Das Grab des toten Fliegers
Verwahrlost, verfallen und vergessen

Gepflegt geht anders. Die letzte Ruhestätte des in den letzten Kriegstagen am Rettungsschirm ermordeten deutschen Piloten Willi Ehrecke. Die Schrift auf dem Grabstein ist kaum mehr zu entziffern. Immerhin hat sich in den vergangenen Tagen jemand erbarmt und das zerfledderte, noch vom Volkstrauertag 2019 übrig gebliebene Bukett entfernt.

Von Jürgen Heimann

Für Soldatengräber gelten Liegefristen auf den Friedhöfen nicht. Diese Ruhestätten genießen quasi Bestandsschutz. Es sind Orte des Erinnerns und der Mahnung für Frieden, gegen Krieg und Gewalt. In Hirzenhain gibt es zwei davon. In einem dieser Gräber ist ein Jüngelchen von 21 Jahren aus dem Brandenburgischen Breitenfeld bestattet. Es war Opfer eines feigen Kriegsverbrechens geworden. Aus seinem brennenden Düsenjäger, einer Me 262, mit dem Rettungsschirm abgesprungen, hatten ihn drei US-amerikanische Jabo-Piloten am Himmel Hirzenhains unter Feuer genommen, als er hilflos der Erde entgegen schwebte. Viele Einwohner waren Zeuge dieser abscheulichen, barbarischen Tat. Niemand im Ort kannte Willi Ehrecke, aber fast das ganze Dorf war auf den Beinen, als der ermordete Flugzeugführer am 25. März 1945 zu Grabe getragen wurde. Weiterlesen →

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11. April 2020
von Juergen
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Von arbeitslosen Osterhasen und
rücksichtslosen Wochenend-Gästen

Dem Osterhasen (rechts) und seinem Hiwi ist es langweilig. Die Eiernachfrage ist zusammengebrochen. Foto: Klaus-Peter Jung

Von Jürgen Heimann

Viele Grüße vom Osterhasen und seinem Assistenten. Den HiWi hat er zeitlich befristet auch nur als Mini-Jobber eingestellt. Deswegen lässt der auch die Ohren so hängen. Aber viel zu tun gibt es für die beiden in diesen Tagen sowieso nicht. Wegen Kontaktsperre und so. Das hängt mit diesem Carina-Virus zusammen, oder wie das Sch…-Zeugs heißt. Der Eierabsatz ist zusammengebrochen. Die Leute schaukeln sich die eigenen und verkriechen sich in ihren Häusern. Weiterlesen →

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2. April 2020
von Juergen
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Usterhoase, Aierlikör en selbstgebroite
Schnaps: Ihr Loi, bleibt gesond en dohaom!

Ich soi der naue Usterhoas fier den Zoustellbezirk Hirzehoa-Dorf. Dey Boanhofs-Loi kreie foh mir naut. Moin Noame es Sebastian. Merkt noch den. Foto: Klaus-Peter Jung

Goure!

Aich haase Sebastian. Wenn aich emoal gruuß soi, do werrn aich aach en richticher Usterhoas. En helfe moim Babbe beim Verdaaln der ville bundiche Aier. Diss Joar muss der Aal des noch alloa dou. Des es schwer fier den. Der es jo aach nit mie dr Jingste en nammie so goud beinoah. Owwer, wey gesaat, aich werrn dem jo baal helfe konn.

Noch soi de Aier e Steckelche grießer als aich. Doch aich woase jo aach noch. Foto: Klaus Peter Jung

Von Jürgen Heimann

Och wünsch‘ aich ets scho moal e schienes Usterfest. Bleibt gesond en dehoam. En wenn ihr moant, i der Quarantäne, owwer wey des haast, de Wänn huch krabbeln ze misse, sefft Aierlikör. Den ho mir Usterhoase jo aach im Sortiment. Owwer dey gääle Plörre hot jo aach nur 20 PS. Do werds oahm gornit so richtig schwennelich dofoa. Deshalb trunke mir dohoam, wenn mir owwends off uier Terrasse hocke en den Sonneinnergang gucke, selbstgebroite Äppelschnaps. Der haat richtig nie. Uff auer Wohl. Nastrovie!

Gut, das ist  jetzt nicht für jeden leicht zu verstehen. Hier bei uns im mittelhessischen Outback haben die Leute keine Probleme damit. Ist schließlich ihre wenn auch von Kaff zu Kaff leicht abgewandelte Muttersprache. Doch bereits in Gießen Frankfurt oder Offenbach gibt’s dann massive Verständigungsschwierigkeiten. Die glauben, es handele sich dabei um einen Eingeborenen-Dialekt aus Neu-Guinea.

Was Cortana, unsere stets hilfsbereite Digital-Sekretärin aus dem Hause Windows dazu meint, behielt die Dame allerdings wohlwissentlich für sich. Aber sie ließ sich nicht zweimal bitten und hat uns den Text vorgelesen. Tapfer von Anfang bis zum Ende. Das Ergebnis:

Hört sich ziemlich gewöhnungsbedürftig an. Und man(n) merkt schon, dass die Lady nix davon verstanden hat. Aber das ist ja bei ihren menschlichen Geschlechtsgenossen auch so. Unsere Frauen wissen ja auch oft genug nicht was sie da so alles von sich geben….

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31. März 2020
von Juergen
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Macht doch Watt ihr Volt: Jetzt kriegen
die Drecks-Säue Strom auf die Rüssel

Sollen sie ruhig kommen. Jetzt gibt’s was auf die Zwölf

Von Jürgen Heimann

So, seit gestern Abend wird zurückgeschossen – elektrisch. Jetzt kriegen die lästigen Borstenviecher eine geballte Volt-Ladung auf den Rüssel. Und es ist Schluss mit Lustig. Da unsere grünen Abiturienten, also die loden-bemäntelten Wald- und Flurschützen mit der Lizenz zum Töten, den Wildschweinen nichts entgegen zu setzen haben, weil letztere eben einen Tick cleverer sind als sie selbst, muss unsereins zur Selbsthilfe greifen. Füchse, Waschbären und Co. befördern die ach so tierliebenden Jäger ja Jahr für Jahr zu Hunderttausenden in die ewigen Jagdgründe (warum eigentlich?), aber bei den Schwarzkitteln  stoßen sie an ihre „handwerklichen“ und (sowieso eng gezogenen) intellektuellen Grenzen. Weiterlesen →

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30. März 2020
von Juergen
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Hirzenhainer und Simmersbacher
Protestanten feiern virtuelle Gottesdienste

Die Sängerin Ana-Maria Nickel verlieh dem zweiten Internet-Gottesdienst eine ganz besondere Note. Pfarrer Michael Brück (rechts im Hintergrund) zeichnete für die Liturgie verantwortlich.Foto: Privat

Dass unsere Kirchen immer leerer werden, daran hat man sich fast schon gewöhnt. Scheint so eine Art Zeitgeist-Phänomen zu sein. Nicht selten sitzen gerade einmal eine Handvoll Gläubige in bzw. auf den harten Holzbänken. Wobei es freilich auch ein Stadt-Land-Gefälle gibt. In Hirzenhain und Simersbach allerdings, deren evangelische Gemeinden ja durch ein Kooperationsmodell miteinander verbunden sind, ist die Kirchenwelt dahingehend noch weitestgehend intakt. Trotzdem: Vor so wenigen real existierenden bzw. persönlich anwesenden Besuchern haben die beiden Pfarrer Michael Brück und Eberhard Hoppe in ihrer ganzen langen Laufbahn noch keinen Gottesdienst gehalten. Es war gerade mal ein Gast anwesend: der Kameramann.  Und trotzdem haben viele hundert Zuschauer dran teilgenommen – virtuell. Weiterlesen →

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7. März 2020
von Juergen
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Kulturkapelle: Ruhrpott-Barde packte
ganzen Sack voll Mitsing-Klassikern aus

Saisonstart mit Musik aus Wanne-Eickel: Martin Bauer hatte in der Aubacher Kulturkapelle ein leichtes Spiel. Die Zuhörer gingen begeistert mit. Foto: Ralf-Stefan Triesch

Gut, der berühmte „Geheim-Tipp“ ist ja jetzt auch so eine ausgeleierte Vokabel. Ganz davon abgesehen, dass die Aubacher Kulturkapelle  („KK“) dieser Kleidergröße längst entwachsen ist. Das kleine, uralte Kirchlein, auf Augenhöhe mit der ähnlichen Zwecken dienenden Ewersbacher Johanneskapelle, ist eine Location, in die sich der Rezipient guter, handgemachter Musik sofort verliebt. Und das gilt genauso für jene, die drin agieren. Allerdings gilt die Einschränkung: Sitzen mehr als 80 Gestalten im Auditorium,  muss die Stätte wegen Überfüllung  geschlossen werden. Weiterlesen →

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26. Februar 2020
von Juergen
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Das KinderKulturZentrum erschließt
Kids Wissen, Kunst und neue Welten

Zur Eröffnung des neu angelegten „Sinnespfades“an der Burg Greifenstein erlebten 60 Buben und Mädels spannende Stunden und Wettkämpfe. Dazu zählte auch eine „Rollstuhl-Rallye“ (links). Be der „Mittelalter-Nacht“ an gleicher Stelle kämpften die Kids tapfer als Ritter und Knappe. Foto: Christine Krauskopf

Von Jürgen Heimann

Es ist eine bespielhafte und für bzw. in unsere(r) Region beispiellose Initiative. Der dafür erforderliche Aufwand lastet (noch) auf wenigen Schultern, den von z.Z. 15 engagierten Mitgliedern und Helfern. Eine Zahl, die sich sicherlich noch nach oben korrigieren lässt. Stichwort „KinderKulturZentrum“. Ein solches, angesiedelt in Herborn, gibt es seit Ende 2017. Ziel ist, nomen est omen, Kultur für Kinder anzubieten bzw. verständlich zu machen. Wobei Kultur nicht passiv erfahren werden, sondern sich den Beteiligten durch aktives Mitmachen und kreatives Selbstgestalten erschließen und sie dadurch bereichern soll. Weiterlesen →

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18. Februar 2020
von Juergen
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In der alten Schelder Mühle feierten die
Jungs von „Cellar4“ 10-jähriges Jubiläum

„Cellar 4“ rockten die Alte Schelder Mühle. V.l.n.r.: Andreas Rau, Stefan Röger, und Andi Geiger. Foto: Bobby Fiedler

 

von Jürgen Heimann

Das „Stück Musik von Hand gemacht“ hat Reinhard Mey schon vor vielen Jahren besungen. Und die Klänge, die in der alten Schelder Mühle aus den Boxen fluteten, waren ebenfalls handwerklichen Ursprungs. Auch wenn die Band mit dem genialen Saiten zupfenden Lyriker aus Berlin stilistisch wenig am Hut hatte. Was auch immer er zu bedeuten hat:  „Cellar4“ lautete der Name des flotten Trios, das sich anlässlich seines 10-jährigen Bandjubiläums an dieser geschichtsträchtigen Stätte die Ehre gab – und mächtig losrockte. Weiterlesen →

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17. Februar 2020
von Juergen
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Piloten unter Schock: Drei Einser
im Ersten, Pappnasen und Rock’n Roll

In der Segelflughalle am Hang rollen am 7. März die Würfel. Die Hirzenhainer Piloten laden zum Schock-Turnier ein.

Der Schock sitzt tief bei den Hirzenhainer Segelfliegern. Die Luftikusse sind im klassischen und wahrsten Sinne des Wortes schwer „geschockt“. Und wenn bei ihnen am 7. März die Würfel fallen und rollen, hegen viele Gäste der Klause am Hang den insgeheimen Wunsch auf drei Einser im Ersten. Was bei den meisten im Schulzeugnis – lang, lang ist’s her – ja eher die Ausnahme gewesen sein dürfte. Aber der lederne Becher macht’s unter Umständen im Nachhinein möglich. Lange Rede, kurzer Sinn: It’s only Schock, but I like it! Weiterlesen →

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