Rotorman's Blog

24. Oktober 2016
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Heidegger, Nietzsche, Völler und Matthäus –
Denker und Philosophen ohne Tal und Fehdel

Heidegger, Nietzsche, Völler und Matthäus –
Denker und Philosophen ohne Tal und Fehdel

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Das muss man sich mal auf der Zunge vorstellen. Aber man soll ja nicht jedes Wort auf die Goldkante legen….

Von Jürgen Heimann

Vergessen wir Heidegger, Nietzsche, Kant, Schopenhauer, Habermas und Hegel. Auch Goethe, Kleist, Hölderlin, Heine und Hesse waren vergleichsweise kleine Lichter. Das gilt ebenso für Einstein und Kepler, Heisenberg, Braun und Hahn. Wir reden vom Otto, nicht vom  Olli. Der heißt ja außerdem auch Kahn. Die wahren Geistesgrößen, Philosophen und intellektuellen Überflieger findet man im Fußballstadion – auf dem grünen Rasen, auf der Trainerbank, den Vorstandsetagen der Clubs oder in den Kabinen der TV- und Rundfunkmoderatoren. Ob sie nun Lothar Matthäus, Rudi Völler, Mehmet Scholl, (“Super”-)Mario Basler, Matthias Sammer oder Gerhard Delling heißen.

Das sind die wahren Dichter und Denker, Philosophen und wissenschaftlichen Wegbereiter, die dank ihrer überragenden Erkenntnisfähigkeit den Lauf der Dinge und die Entwicklung der Menschheit wesentlich vorangebracht haben und das Abendland vor der Barbarei des nur so daher Gesagten bewahren. Und diese mentalen Einzeller werden auch nicht müde, es weiterhin zu tun. Auch wenn sich der ein oder andere mittelmäßig bemittelte Kohlenstoffler schon mal in diesen erlauchten Kreis mogelt, was allerdings schon ziemlich versorgnisbergend ist. Die Welt gehört schließlich all jenen, die lauter denken als andere schreien. Und sie sind wie  Tautropfen der Labsal, weil die intellektuelle Wüste so groß geworden ist.

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23. Oktober 2016
von Juergen
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Ein Satz mit „X“: Die Pilzsaison fällt aus

Tote Hose an der Schwammerl-Front
Ein Satz mit „X“: Die Pilzsaison fällt aus

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In diesem Jahr muss man die Pilze im Wald mit der Lupe suchen. Auch dieser Maronenmöhrling entstammt besseren Jahren und ist kein Gewächs aus 2016. Foto: Karl Dichtler/pixelio.de

 

Von Jürgen Heimann

Sie sind da, aber nicht hier. Vielleicht ist es aber auch umgekehrt. Trauen sich nicht an die Oberfläche und fristen ein unterirdisches Dasein. Was die Pilzsammler zur Verzweiflung treibt. Die haben in diesem Jahr ganz schlechte Karten und blicken in die Röhre, aber nicht in die eines Dickröhrlings. Der hält es wie die Verwandtschaft und sich bedeckt. Das wird auch so bleiben, so nicht noch ein Wunder geschieht. Dass ein solches möglich ist, davon war Zarah Leander zwar seinerzeit überzeugt, doch die Mykologen von heute sind da eher pessimistisch. Selbst einige konstant frostfreie, möglichst warme Tage im Wechsel mit Sonne und Regen können die Saison wohl nicht mehr retten. Die Hoffnung, dass die Pilze dann noch einmal wie ihresgleichen aus dem Boden schießen, ist deshalb eher trügerisch. Da bleibt der Wunsch Vater des Gedankens.   Weiterlesen →

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20. Oktober 2016
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Hustende Flöhe, kotzende Pferde,
pfeifende Schweine und bohnernde Hamster

Hustende Flöhe, kotzende Pferde,
pfeifende Schweine und bohnernde Hamster

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Ist nicht möglich. Pferde können nicht kotzen. Weder vor einer Apotheke, noch anderswo. Wer das beobachtet haben will, bringt damit zum Ausdruck, dass er selbst Unwahrscheinliches für denkbar hält.

Von Jürgen Heimann

Da werd‘ ich doch glatt zum Elch! Auch wenn der mich geknutscht hat. Die deutsche Sprache ist reich an Redensarten und -wendungen, die ob ihrer unübersehbaren Anzahl auf keine Kuhhaut (mehr) passen. Wir können dahingehend aus dem Vollen schöpfen. Idiome gibt es in rauen Mengen, ohne dass sich uns ihre Bedeutung immer gleich auf den ersten Blick erschließt. Und wenn doch, geben Ursprung und Herkunft Rätsel auf. Sprachwissenschaftler pflegen dieses weite Feld phantasievoller, kryptischer Begriffsakrobatik auch als “Phraseologismus” zu bezeichnen. In deren Definition handelt es sich meist um eine “feste Verbindung mehrerer Wörter zu einer Einheit, deren Gesamtbedeutung sich nicht unmittelbar aus der Bedeutung der Einzelelemente ergibt”. Alles klar?  Weiterlesen →

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14. Oktober 2016
von Juergen
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und angepisst auf Schritt und (Ab-)Tritt

Exkrementierfreudig: Zugeschissen
und angepisst auf Schritt und (Ab-)Tritt

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Papierkrieg. Foto: Peter Röhl/Pixelio.de

Von Jürgen Heimann

Man kann sie fressen, tief in ihr sitzen, bis zum Hals drin stecken oder Gold daraus machen. Manche Menschen haben sie auch im Kopf, anderen fliegt sie um die Ohren. Ach du Scheiße! Generationen um sprachliche Hygiene bemühte Eltern haben ihren Sprösslingen eingebläut, dieses unappetitliche Unwort, das 1934 offiziell Einzug in den Duden fand, nicht in den Mund zu nehmen. Gefruchtet hat es nix. Im Gegenteil. Der Begriff ist zeitlos und zählt neben dem entsprechenden Verb “scheißen” zu den beliebtesten, bekanntesten und meist gebrauchten der deutschen Vulgärsprache. Er verfolgt einen auf Schritt und (Ab-)Tritt. Man /frau kann ihm nicht entgehen, greift und tritt ständig hinein.  Weiterlesen →

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12. Oktober 2016
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Nussig, nahrhaft, lecker: Buchecker
sind unterschätzte Geschenke der Natur

Nussig, nahrhaft, lecker: Buchecker
sind unterschätzte Geschenke der Natur

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Offenbar ein gutes Mastjahr. Der Waldboden ist übersät mit Bucheckern. Die leckeren Dreikanter stecken in mit Stacheln besetzten Hüllen, von denen aber alle Samen enthalten. Die Ernte ist zwar mühselig, aber es lohnt sich. Foto: Pixabay

Von Jürgen Heimann

Auf der Begehrlichkeitsskala notorisch-passionierter Waldläufer und Sammler rangieren die Dreikanter ehe unter “ferner liefen”. Dabei sind Buchecker im Vergleich zu Eicheln und Kastanien die mit Abstand schmackhaftesten und in der Küche am vielseitigsten verwendbaren Waldfrüchte, mit denen uns die Natur beschenkt. Die Samen (Achäne) der Rotbuche, der wichtigsten forstlichen Baumart unserer Wälder, spielen, anders als in früheren Jahren, heuer in der menschlichen Ernährung zwar kaum noch eine Rolle, stehen aber bei Feinschmeckern und pfiffigen Köchen/innen nichtsdestotrotz hoch im Kurs. Auch wenn die Ernte, die man /frau schon selbst bewältigen muss, weil es die braunen Leckerlis in der Regel nicht zu kaufen gibt, etwas mühselig ist.  Weiterlesen →

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10. Oktober 2016
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Stachelige Sympathieträger: schnarchen
beim Liebesspiel, ausschlafen im Winter

Stachelige Sympathieträger: schnarchen
beim Liebesspiel, ausschlafen im Winter

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Obwohl die (meisten) Menschen Igel putzig finden, sind sie, vielfach unbewusst, aus Unwissenheit und/oder Gedankenlosigkeit doch ihr größter Feind. Foto: Pixabay

Von Jürgen Heimann

Sein siegreicher, märchenhafter Wettlauf gegen den Hasen ist legendär, auch wenn er den sprintstarken Lampe letztlich nur durch eine List hat bezwingen können. Auch Wilhelm Busch hat ihm ein poetisches Denkmal gesetzt: “Ganz unverhofft an einem Hügel sind sich begegnet Fuchs und Igel…” Der Igel gilt als ausgewiesener Sympathieträger, obwohl er kein Kuscheltier ist. Die kleinen Kerlchen mit den putzigen Knopfaugen sind eigentlich “everybody’s darling”, und das nicht erst seit der vor vielen Jahren in einer großen deutschen Programmzeitschrift veröffentlichten Comic-Serie von “Micki und Mecki”. Letzterer hat übrigens nichts mit dem phonetisch ähnlich klingenden Macki Messer aus Brechts Dreigroschenoper zu tun. 1999 hatte die Bundespost die Mecki-Figur sogar mit einer Sonderbriefmarke gewürdigt, während die aus der Serie generierten gleichnamigen Bücher bei Kindern heiß begehrt waren. Wir Menschen mögen diese Kobolde der Nacht aber vor allem in ihrer realen Entsprechung, auch wenn wir ihnen das (Über-)Leben mitunter recht schwer machen – oft aus Unwissenheit und/oder Gedankenlosigkeit.  Weiterlesen →

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9. Oktober 2016
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Kastanienzeit: Dekorative Nussfrüchte
mit viel Potential und inneren Werten

Kastanienzeit: Dekorative Nussfrüchte
mit viel Potential und inneren Werten

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Außen pfui, innen hui: Der stachelige „Panzer“ der Kastanie platzt in der Regel von alleine auf. Er schützt eine Nussfrucht, die es in sich hat und vielseitig verwendbar ist. Foto: knispeline/pixelio.de

Von Jürgen Heimann

Schon der olle Johann-Wolfgang hatte einen poetischen Narren an ihnen gefressen: “An vollen Büschelzweigen, Geliebte sieh nur hin! Lass dir die Früchte zeigen” reimte der Dichterfürst 1815 in seinem Buch “Suleika” über die Kastanie. Goethes Lobgesang zielte allerdings eher auf Maronen, Edel- oder Esskastanien ab. Selbige für seine Angebetete  Marianne von Willemer aus dem Feuer zu holen, wäre er auch durchaus bereit gewesen.  Aber sie sind mit der (gewöhnlichen) Rosskastanie, wie wir sie in unseren Breiten häufiger antreffen, weder verwandt noch verschwägert –  trotz der Ähnlichkeiten in Namen und Aussehen. Die Edelkastanie, dem Gebiet der heutigen Türkei entstammend, zählt nämlich zur Familie der Buchen-, die Rosskastanie hingegen zur Familie der Seifenbaumgewächse.   Weiterlesen →

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6. Oktober 2016
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Wo die Zinken winken: Kryptische Gauner-
Kritzeleien und verschlüsselte Botschaften

Wo die Zinken winken: Kryptische Gauner-
Kritzeleien und verschlüsselte Botschaften

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Zwischenzeitlich mal aus der Mode geraten, aber wieder im Kommen: Gaunerzinken. Die geheimen Chiffren verraten Eingeweihten, wo ein Schnäppchen winkt.

Von Jürgen Heimann

Reden wir nicht von dem beliebten, 1764 Meter hoch gelegenen Ausflugsziel in den Salzburger Voralpen, dem Hohen Zinken. Auch nicht von dem etwas überdimensionierten, von roten und blauen Äderchen durchzogenen Riechkolben in Onkel Ferdinands Gesicht. Dessen dicker Zinken verschleiert nichts, sondern offenbart. Das sind die Spuren eines exzessiven Lebenswandels. “Gaunerzinken” hingegen sind wieder etwas ganz anderes. Sie finden sich meist an weniger exponierten Stellen. Und verstehen und deuten können diese kryptischen Zeichen auch nur Eingeweihte.  Weiterlesen →

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3. Oktober 2016
von Juergen
Kommentare deaktiviert für „Stöffchen“ aus dem „Home Office“: In dieser
Saison fällt die Apfelernte bescheidener aus

„Stöffchen“ aus dem „Home Office“: In dieser
Saison fällt die Apfelernte bescheidener aus

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Zumindest dieser private Apfelbauer hat aus dem Vollen können. Die Erträge fallen aber von Region zu Region recht unterschiedlich aus. Unterm Strich hängt deutlich weniger Kernobst an den Bäumen als im vergangenen Jahr. Foto: Moorhenne/Pixelio.de

Von Jürgen Heimann

Man kann sich die Sache natürlich auch schön reden. Die Hessischen Keltereien beispielsweise erwarten 2016 eine stabile Apfelernte auf Vorjahresniveau – was dem Bundestrend entgegenlaufen würde. Der Deutsche Bauernverband rechnet nämlich mit Einbußen um die 20 Prozent, während der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie mit 700.000 Tonnen Streuobstwiesenäpfeln kalkuliert, was in etwa eine halbe Milliarde Liter Most ergeben würde. Das wären Berechnungen dieser Organisation zufolge 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Was denn nun? Aber auch Possmann, Heil und Co. verbreiten Zweckoptimismus. Ob der gerechtfertigt ist, wird man in ein paar Monaten an den Preisen fürs beliebte “Stöffche” ablesen können.  Weiterlesen →

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28. September 2016
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Kittelflieger: Wenn die “Vogelmenschen”
über Breitscheid ihre Schwingen ausbreiten

Kittelflieger: Wenn die “Vogelmenschen”
über Breitscheid ihre Schwingen ausbreiten

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Vogelmenschen: Die Ganzkörperanzüge der Wingsuiter sind mit Flächen aus Stoff zwischen Armen und Beinen ausgestattet. Diese werden von Luft durchströmt, wodurch die vertikale Fallgeschwindigkeit teilweise ein eine horizontale Flugbewegung umgewandelt wird. Foto: Skydive Westerwald

Von Jürgen Heimann

Etwas merkwürdig sehen die Damen und Herren in ihren Fledermaus-Kilts schon aus. Zumindest  am Boden, wenn sie, wie es scheint, etwas unbeholfen durch die Gegend watscheln. Aber dieses vermeintliche Handikap ist dem textilen Design ihrer Klamotten geschuldet. Es geht hier weniger um Mode-Chic und Eitelkeit, sondern um Zweckmäßigkeit. Und die offenbart sich erst in der Luft. Dort können diese Vogelmenschen die Stärken ihrer Kluft voll ausreizen – und gehen ab wie Schmitt’s Katz.  Weiterlesen →

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