Rotorman's Blog

5. Juli 2022
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Viel „Gedöns“ am Himmel über der „Viehheide“ –
Pohlheims Piloten feiern sich und den Luftsport

Viel „Gedöns“ am Himmel über der „Viehheide“ –
Pohlheims Piloten feiern sich und den Luftsport

Die Boeing-Stearman ist einer der schönsten, bekanntesten und meist gebautesten Doppeldecker der Welt. Eines dieser Prachtexemplare ist auch am Himmel über Pohlheim zu bewundern. Foto: Wilfried Birkholz

Von Jürgen Heimann

An Jahren können die Pohlheimer Luftsportler ihren Brüdern (und Schwestern) im Geiste aus Hirzenhain das Wasser nicht reichen. Letztere feiern 2023 ihr 100. Vereinsjubiläum und reklamieren (zu Recht) für sich, der zweitälteste Segelfliegerclub der Welt zu sein. Dagegen sind die „Steinkopf“-Aero-tiker Jungspunde. Andererseits: 60 Jahre Segelfluggruppe sind auch schon eine Hausnummer. Und darauf wollen die Piloteure um Frank Bender am kommenden Wochenende (8. bis 10. Juli) anstoßen und ein großes Fass aufmachen – im wahrsten, wie im übertragenen Sinne des Wortes.

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2. Juli 2022
von Juergen
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versklavt werden, mache ich keinen Urlaub

Good bye Hellas: Wo wehrlose Flüchtlinge
versklavt werden, mache ich keinen Urlaub

Postkartenmotiv von der Insel Santorini: Doch die Idylle im griechischen Inselparadies hat Risse bekommen. Immer mehr potentielle Urlauber wenden sich mit Grausen ab. Was die Athener Regierung mit hilflosen Flüchtlingen anstellt, schreckt ab. Foto: Pixabay

Von Jürgen Heimann

So traumhaft schön und malerisch die griechische Inselwelt auch ist, so nett und gastfreundlich die Menschen dort, mich haben die zum letzten Mal gesehen. Tilt, game over! Seit Jahren geistern schon die Skandalnachrichten von illegalen Pushbacks über die Ticker. Diese illegale, menschenverachtende, gegen europäisches und verbrieftes Menschenrecht verstoßende Praxis, vor denen die EU konstant die Augen verschließt und die Uschi und Co. lächelnd unter den Teppich kehren, haben die Hellenen jetzt noch mal getoppt.

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28. Juni 2022
von Juergen
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steuern am 16. Juli Breitscheid an

„Fly-In“: Flugzeuge aus ganz Europa
steuern am 16. Juli Breitscheid an

Die LSG Breitscheid erwartet zu ihrem Fly In am 16. Juli Pilotenfreunde nebst Flugzeugen aus allen Teilen Europas. Da gibt’s auch für Fußgänger jede Menge prächtige Exponate zu bewundern. Foto: Elfi Jung

Von Jürgen Heimann

Es müssen nicht immer spektakuläre Airshows sein. So spannend und schön es vielleicht auch sein mag, Luftfahrtfreunde und solche, die es werden wollen, brauchen nicht zwingend Nervenkitzel, Düsen-Jets oder „Warbirds“, um ermessen und erleben zu können, was die Faszination Fliegen ausmacht. Es geht durchaus auch eine Nummer kleiner, ohne dass der Reiz darunter leidet. Den Beweis dafür möchte die Luftsportgruppe Haiger-Breitscheid am Samstag, den 16. Juli erbringen. Die „Hub“-Piloten laden die Bevölkerung zum Besuch eines europaweit ausgeschriebenen „Fly-In“ ein.

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22. Juni 2022
von Juergen
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“heißen Öfen” 206 km durch das Dillgebiet

“Ride for Charity“: Beim 3. Poker-Run auf
“heißen Öfen” 206 km durch das Dillgebiet

Wo Biker-Herzen höher schlagen: Chromblitzende Wuchtbrummen formieren sich in Katzenfurt zum 3. Lahn-Dill-Poker-Run. Fotos: Miriam Krentscher

Man muss nicht Fedor Holz, Christoph Vogelsang oder Rainer Kempe heißen, um bei dieser Spielrunde erfolgreich mitmischen zu können. Bei den genannten Drei handelt es sich um Deutschlands beste Pokernasen, die schon mal Gewinne in Millionenhöhe einstreichen. Bei dem am Sonntag, den 10. Juli anstehenden und nunmehr 3. Poker-Run der Evangelischen Kirchengemeinde von Katzenfurt sind die Preisgelder und Einsätze durchaus bescheidener, der Spaßfaktor dabei aber vermutlich deutlich höher als bei den großen Turnieren und in den einschlägigen Casinos. Auch hocken die Zocker nicht stoisch mit unbewegten Minen um einen Tisch herum und bluffen, sondern reiten auf Feuerstühlen durch die Pampa und lassen sich den Fahrtwind um die Nasen wehen. Let’s go!

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20. Juni 2022
von Juergen
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an die „Haute-Cuisine“ unserer Vorfahren

Einfach, aber lecker: Ausstellung erinnert
an die „Haute-Cuisine“ unserer Vorfahren

Mahlzeit! Völlerei kannten unsere Ahnen nicht. Das Essen, das auf den Tisch kam, war einfach, aber nahrreich. Und oft genug hieß der Küchenmeister Schmalhans.
 

Von Jürgen Heimann

Das waren noch Zeiten, und die waren bestimmt nicht immer einfach. Das fing schon beim täglichen Broterwerb an und endete irgendwann in der Küche. Als unsere Mütter und Großmütter am Herd den Kochlöffel schwangen, war der Thermomix noch nicht erfunden. Und bei Chefkoch.de konnte man/frau auch nicht mal schnell vorbeisurfen und sich Rezept- und Zubereitungs-Tipps holen. Da war das Kochen noch echte Handarbeit, basierend zumeist auf überlieferten, von Mund zu Mund weiter gegebenen Rezepturen. Was dabei herauskam, war einfach aber schmackhaft und vor allem gesund und nahrhaft. An diese historische Epoche bodenständiger Haute Cuisine erinnert eine sehenswerte Sonder-Ausstellung im Eschenburger Regionalmuseum in der Eibelshausener Marktstrasse. Titel: „Einfach, aber gut – Was früher in den Dörfern gekocht wurde“.

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19. Juni 2022
von Juergen
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schlagkräftige Flughafenwehr auf der “Hub”

Breitscheider Luftsportler stationieren
schlagkräftige Flughafenwehr auf der “Hub”

Breitscheids rote LSG-Flotte. In der Mitte das neue Trocken-Tanklösch-Fahrzeug. Links das auf einem Unimog 416 aufgesetzte Trockenlöschfahrzeug („TroLF 750“ ), rechts das Kleinlöschfahrzeug, ein modifizierter Subaru-Justy. Die Fahrzeuge können während des Flugbetriebs ständig bemannt bzw. befraut werden.

Von Jürgen Heimann

So manche kleinere Ortsfeuerwehr könnte angesichts dieses Fuhrparks schon etwas neidisch werden. Da hat die Luftsportgruppe Breitscheid-Haiger viel Geld in die Hand genommen, um, was den Brand- und Katastrophenschutz anbelangt, den Vorgaben des Gesetzgebers entsprechen zu können. Es ist ja statistisch erwiseen: Flieger ist die sicherste Fortbewegungsart schlechthin. Aber, es kann trotzdem immer mal etwas passieren. Beim Start, bei der Landung oder zwischendurch. Und für solche Fälle will man gerüstet und vorbereitet sein, um im entscheidenden Moment und ohne Zeitverlust das Richtige zu tun. Ist man auf der „Hub“ auch.

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18. Juni 2022
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Kinderspielplatz Hirzenhain: Da, wo
Tristesse und Trostlosigkeit zu Hause sind

Kinderspielplatz Hirzenhain: Da, wo
Tristesse und Trostlosigkeit zu Hause sind

Von Jürgen Heimann

Als in (Un-)Ehren vergreist und ergrauter Spät-Rentner mit Frustrationshintergrund kommt man zwangsläufig rum in seiner kleinen Welt. Jedenfalls dann, wenn im engeren familiären Dunstkreis erlebnishungrige Enkelkids im Vor-Kindergartenalter auf Unterhaltung und Action bestehen. Da sind  dann erst einmal Spielplätze, die ja eigens für diesen Zweck angelegt wurden, erste Wahl. Da kann man /frau die Kleinen ohne größeres eigenes Zutun über längere Zeit bespaßen. In der Regel. Doch nicht überall. Es gibt schon unrühmliche Ausnahmen.

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13. Juni 2022
von Juergen
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Met 66 Joahrn…. Schnoawweldasse, en Oamer fierm Bette, Foahrte met’m VauDeKa en de lesste Daal foh dr Pubberdät

Suu ihr leiwe Loi,

o der Stell‘, aach im Noame foh moier Fraa en moin Ellern, erschte moal a gruußes Dange fier dey ville Kradulatione foh och zou moim Geburdsdoag. Do ho aich maich echt gewittrich drüwwer gefreut. Es jo schieh, dess mer i moim  huie  Aaler, wu aich jo schuu vill rouhicher geworrn soi, noch nit suu ganz vergesse es. Aich deff ets aaach metfoarn, wenn dr  VauDeKa en Ausfluch mächt, en kräie en Fisterplatz direkt hennerm Schauffeur garandiert. En zou de Seniore-Doae foh dr Gmoa werrn aich aach iegeloare. Des owwer aach nur, weil aich do bei de Landfraae im Ballett metdanze.

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11. Juni 2022
von Juergen
Kommentare deaktiviert für „Becki’s“ großer Coup: Nach über 16 Stunden
purzelte der seit 1959 gültige Hang-Rekord

„Becki’s“ großer Coup: Nach über 16 Stunden
purzelte der seit 1959 gültige Hang-Rekord

Der Eindruck täuscht: So tief, dass die Grashalme ins Cockpit ragten, war Markus Beckmann während seines Rekordflugs nie. Foto: Burkhard Werner

Von Jürgen Heimann

Hauptberuflich jagt der Polizeioberkommissar zwielichtigen Gestalten hinterher oder klopft Verkehrssündern auf die Finger. Doch in seiner Freizeit macht der 51-jährige  Jagd auf Rekorde. Markus Beckmann, genannt „Becki“, hat endlich geschafft, was andere  vor ihm und er selbst auch immer wieder vergeblich versucht haben: die im Mai anno 1959 von dem unvergessenen Hirzenhainer Top-Piloten Reinhard Göst erkämpfte Bestleistung im Dauersegelflug am Eiershäuser Hang zu knacken. Damals, als der Acro-Pionier im Cockpit eines doppelsitzigen Kranichs nach den Sternen griff, um 15 Stunden und 40 Minuten in der Luft zu bleiben, war Beckmann selbst noch gar nicht auf der Welt gewesen.

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8. Januar 2021
von Juergen
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machte Werbung für Sex-Dating

Erregende Perspektiven: Eschenburg
machte Werbung für Sex-Dating


Nichts ist so wie es scheint: Gut getarnt und diskret warb die Gemeinde Eschenburg Monate lang auf ihrem Webportal für einen Sex-Dating-Service. Wer auf den Button „750 Jahre Hirzenhain“ klickte, landete bei einem Anbieter, der heiße Kontakte mit Damen aus unmittelbarer Nähe versprach.

Von Jürgen Heimann

Poppen bis der Arzt kommt! Monatelang hat die Gemeinde Eschenburg auf ihrer Webseite für einen Sex-Dating-Service geworben. Diskret und, das wollen wir mal unterstellen, (möglicherweise) unbeabsichtigt. Der Slogan „Echte Perspektiven“ sollte so in völlig neue Dimension vorstoßen.  Plötzlich erschlossen sich uns hier im mittelhessischen Outback am Rande des Rothaarsteigs nicht nur echte, sondern auch auf- und er-regende Perspektiven. Also wenn das so ist…

Auf der Eingangsseite der gemeindlichen Web-Präsenz schwärmt unser pfiffiger und stets auf Innovation bedachter Rathaus-Chef dauerhaft von den Schönheiten Eschenburgs. Er meint vermutlich vor allem die landschaftlichen Schokoladenseiten der Region. Die Reize ihrer Bewohner, samt und sonders die der weiblichen, finden bzw. fanden versteckt erst weiter unten auf der Seite die ihnen zustehende lobende Erwähnung. Diskret getarnt zwar, aber immerhin.

Nichts ist so, wie es scheint

Neben Verweisen zur „KITA Ampel Eschenburg“, „Lahn-Dill-Breitband“ oder dem „Ferienpass“ stieß der Nutzer dort auch auf einen Link zur 750-Jahr-Feier in Hirzenhain. 2019 hatte das aufmüpfige Bergvolk ja in großem Rahmen den Geburtstag des von Segelflugzeugen umschwirrten Hügel-Kaffs gefeiert. Möglicherweise sollte dem Seitenbesucher hier noch mal die Möglichkeit geboten werden, in bierseligen Erinnerungen an eine ausgelassene Festwoche zu schwelgen.

Wer das erwartete, wurde enttäuscht, oder, je nach Standpunkt, auch nicht. Aber es hätte ja durchaus auch schlimmer kommen können. Statt der befürchteten weihrauchgeschwängerten Finalbilanz der Organisatoren, wie spitzenmäßig toll das doch alles gewesen sei, eine dicke (angenehme) Überraschung! Glücklicherweise jetzt nicht in Gestalt unseres bräsigen Ortsvorstehers. Was da auf-poppte war eine verführerisch lächelnde, lasziv dreinblickende Blondine in Horizontalstellung. Ob man(n) eventuell an zwanglosen erotischen Abenteuern mit netten Damen aus der unmittelbaren Umgebung interessiert sei? Aber Hallo!!!

Da war er doch, der oft bemühte Bürgerservice. Die sind ganz dicht dran am Mann!!

ACHTUNG! DURCHSAGE! Wer jetzt Hals über Kopf  www.eschenburg.de ansurft, wird enttäuscht werden. Am Donnerstag dieser Woche hatten die’s im Rathaus geschnallt und den Verweis (aus mir völlig unerklärlichen Gründen) gelöscht!!! 🙂

Welt- und weitläufig

Zurück zum Prozedere, dem sich der aufgeschlossene, welt- und weitläufige Eschenburger natürlich nicht verschließen und verweigern wollte. Wobei „läufig“ durchaus mehrdeutig zu verstehen ist. Da ja Gemeindevorstand- und Verwaltung offensichtlich hinter dem Angebot standen, konnte an dessen aktiver Teilhabe ja auch nichts Verwerfliches sein. Da wollte man sich doch nicht ausschließen. Unser Gemeinwesen lebt ja schließlich von der Interaktion und der aktiven Teilhabe aller am gesellschaftlichen (Geschlechts-)Leben. Oder etwa nicht? Ganz offenbar handelte es sich bei dem Verweis um einen sogenannten Affiliate-Link. Heißt: Pro Klick würde die Gemeinde eine Provision vom Anbieter bekommen. Und da Eschenburg ja ziemlich klamm ist, wollte ich mein Scherflein zur Konsolidierung der Gemeindefinanzen beitragen und war deshalb täglich mehrmals auf der Seite. Ich hoffe, die im Rathaus wissen dieses selbstlose Engagement zu würdigen.  

Karl, moi Troppe! Schönheit kommt von innen, oder wie das heißt. Auf dem von der Gemeinde empfohlenen Dating-Portal tummeln sich nette Damen von nebenan. Gut, ein paar ästhetische Sollbruchstellen waren auch darunter.

Nummern tauschen und schieben

Gut, man(n) musste sich nach dem Klick und der anschließenden Weiterleitung beim berühmten ersten Mal einigen kritischen, inquisitorischen und teils unangenehmen Fragen stellen. Dergestalt, ob man notfalls auch bereit wäre, mit anderen Frauen die Nummer zu tauschen (oder eine solche zu schieben), ob man tatsächlich richtig versaute Ladies kennen lernen wolle und darüber hinaus versprechen könne, die von diesen übermittelten intimen Fotos nicht weiter zu verbreiten. Die meisten der gelisteten Damen seien nämlich alleinstehende Mütter aus der Nachbarschaft oder halt verheiratete Frauen mit noch etwas Luft im Terminkalender. Man(n)/ich müsste schon verbindlich versprechen, deren Identität nicht preiszugeben. Wir reden jetzt nicht vom Terminkalender). Aber das ist doch Ehrensache!!!

Und das ist wie bei einem Software-Lizenzvertrag oder der fruchtlosen und keineswegs immer ergebnis- und zielorientierten Diskussion mit der eigenen Ehefrau: Man stimmt am Ende allem genervt zu.

Gut aussehender Frauenversteher

Den etwas zähen Anmeldeprozess auf dem von meiner Gemeinde favorisierten Service-Portal habe ich als ausgewiesener Eschenburger/Hirzenhainer Lokal-Patriot tapfer durchlaufen  – allen Widrigkeiten zum Trotz. Zugegeben, ich habe, was meine Person anbelangt, etwas geschummelt. Aber nur ein ganz kleines bisschen: 31 Jahre alt, gut aussehend, 79 Kilo schwer/leicht, leistungssportlich ambitioniert, durchtrainiert, schwarzhaarig, gertenschlank, Nichtraucher, Anti-Alkoholiker, Erbe eines prosperierenden, börsenorientierten IT-Start-Ups (wir programmieren Apps, die dem User auf einer interaktiven Landkarte zeigen, in welchen Spelunken in seiner Umgebung das Bier am billigsten und größten ist und wo sie noch einen Deckel hinterlassen können). Weiter in der Selbstbeschreibung: smart, tolerant, charmant, liebenswert, belesen, Frauenversteher. Doktortitel in BWL und Gastdozent an der Hochschule für abstrakte Tierpsychologie und Astrophysik in Castrop-Rauxel. Wohnhaft in der Stadt Simmersbach. Aktueller Beruf: Primary Agent of NextGeneration Recruiting.

Mit offenen Armen und offenen Blusen

Als Email-Adresse hatte ich die meines Nachbarn hinterlegt. Und noch eine weitere, real existierende, jedoch anonymisierte Adresse von mir nachgeschoben. Dauerte keine zwei Minuten, da war die Bestätigung im Kasten. Die hießen mich mit offenen Armen und offenen Blusen willkommen. „Herzlichen Glückwunsch. Ihre Anmeldung wurde akzeptiert!“ Das nenn‘ ich mal eine warmherzige Begrüßung! Drei Minuten später schon die ersten Kontaktanfragen von unterschiedlichen Nutzerinnen des Portals. Eine davon aus Gladenbach, zwei weitere aus Niederdieten, eine aus Eiershausen. Die Absenderinnen hießen Cindy, Chantal, Larissa, Leonie und Princess of Desire. Letzteres war wohl ein Künstlername. Das ließ sich ja echt vielversprechend an!

Um Aufnahme in den erlauchten Kreis der User zu finden, musste man(n) sich einigen inquisitorischen und unangenehmen Fragen stellen. War diese Hürde genommen, stand dem ungezügelten Spaß (fast) nichts mehr im Wege. Let the Sunshine in!

Dummerweise hätte ich die Botschaften der Grazien erst dann vollständig lesen können, wenn ich Premium-Mitglied geworden wäre. Im ersten Monat hätte das 39,90 Euronen gekostet, wenn man drei Monate bucht zehn Euro weniger pro Monat, also 89,70 Euro-Dollars. Habe da hin und her kalkuliert, doch das sprengte das Budget, das für diese Haushaltsposition eingeplant war. Obwohl es da sogar eine Geld-zurück-Garantie gibt, sollte es mit dem vereinbarten und freudig erwarteten Beischlaf doch nicht klappen.

Ich muss den Götz mal fragen, ob man den Beitrag für’s Premium-Abo eventuell mit der Grundsteuer oder der Friedhofsgebühr verrechnen könne. Schließlich würde die Offerte ja von der Gemeinde propagiert und gesponsert.

Larissa und die weißen Tonnen

Also, an dieser süßen Larissa aus Rittershausen (oder war’s Breitscheid – nomen est omen) könnte ich schon Spaß und Gefallen finden. Die hat so ein charmantes, spitzbübisches Lächeln, soweit man das durch die Verpixelung des Fotos erkennen kann. Vielleicht interpretiere ich das, befeuert  von meiner mit mir durchgehenden Fantasie, auch nur hinein und es ist etwas ganz anderes. Könnte sich theoretisch auch um eine vom Vollmond beschienene weiße Tonne handeln, wie sie demnächst zwecks Entsorgung überschüssiger Schneemassen an alle Haushalte in Hirzenhain verteilt werden sollen.

Meine ganzen Hoffnungen ruhen jetzt auf unserem Bürgermeister. Wenn der mir einen Rabatt auf die Grundsteuer und/oder die Kanalgebühr einräumt, kann ich Premium-User werden und das Bild von Larissa unzensiert sehen und dann mit ihr (und all den anderen hochmotivierten Sprießchen) chatten (und nicht nur das). Freue mich drauf und bin‘ s gespannt.

 Ach so, die Internetseite, mit der die Gemeinde Eschenburg so eng kooperiert hat, heißt  „Clickfi…24.com“. Was wohl die Zahl 24 zu bedeuten hat? I don’t know!

PS: Wer heute in seinen Browser www.hirzenhain.net eingibt, wo wird er wohl landen? Überraschung!

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28. Dezember 2020
von Juergen
Kommentare deaktiviert für „WhatsDepp“: Naue Äbb warnt oan fier
Idiote en Quoatschekern-Schnetzern

„WhatsDepp“: Naue Äbb warnt oan fier
Idiote en Quoatschekern-Schnetzern

Dey naue Äbb konn mer sich schu bei Guugel-Pläi en Äbbel runnerloare. Isr aach imsusst.  Aich  ho „WhatsDepp“ schuu getestet. Des Daal es besser als dem Spahn-Jense soi Carola-Warn-Daal.

Dey naue Äbb konn mer sich schu bei Guugel-Pläi en Äbbel rinnerloare. Is aach imsusst.  Aich  ho „WhatsDepp“ schuu getestet. Des Daal es besser als dem Spahn-Jense soi Carola-Warn-Daal.

Geschriwwe fohm Heimanns Jürchen

Fäätzebuck hot ets den Kquellkot foh soier naue Softwär offegelaat. Dey es speziell fier Hirzehoa enwickelt worrn en dout, wey dey ie imfangreiche Berta-Tests bewisse ho, aach vill zouverlässicher funktioneiern wey dem Spahne-Jens soi Carola-Äbb. „WhatsDepp“ haast des Tuuhl, su ähnlich wey „WhatsÄpp“. Des Programm, des mer sich schu imsusst iem Guugel-Pläi-Schdoor en bei Äbbel runnerloare en aach runnerhonn konn, dout Daich schu 250 Mäe-er, befier Dir wirre su en Fullfoste üwwern Wääg lääft, warne. Foh der Sorte gets jo bei uis vill z‘ vill.

Kimmt Dir alsu su e geistiche Energie-Schbar-Lambe owwer su en innerbelichtete Aluhout-Sombrero-Trääer entgoa, douts bei Dir im Sack, alsu i der Dosch, schenn. Do waast Dau sufort, ets muss Dau Daich versteckeln owwer no links (besser als no räächts) oabbie- e. „WhatsDepp“ scheckt Daich do off Imwä-e oas Ziel. Owwer aich warrn och. Aich ho des Programm getestet – uff’m Wääg zou Bäckersch. Fier dey kurze Strecke ho aich z‘ Fouß zwaaenhalb Stunn gebraucht. Des Daal i moim Sack huurte met der Huperei goarnaut mie uff. Woas beweist, dess dey i dem kloane Dungk ver(b)lödete Sännsorn recht stabiel aarrwe dou.

Bei dr Herstellung, saat derMarkus Zouckkerhöbbel, alsu der Bermoaster foh Fäätzebuck, härre se aach koa su imstirrene Sache wy sellene Äern owwer anner gefierliches Werks v‘rbaut, sunnern sich aus ökumenische en slowenische Erwäächunge, owwer wey des ets haast, d‘zou entschlossen, nur uff „lokale“ Materialie zericke z‘ greife. Wu mir doch koa oaziches Lokal mie hey bei uis hoa. (Dey Loi seffe all schwoarz en iem Innergrund). Sey härre, saat der Zouckerhöbbel, inner annerm pulverisierten Diabas aus’m Hirzehoaner Stoabruch en eloxierte Quoatschekerne aus’m Goarde foh Gräbs Kerstin verbaut. Des hiert sich doch schu moal goud oh!

Ach suu, mer kann den Warnton foh der Äbb indivirtuell, spirrituell en konfessionell auswähn. Aich ho maich fir de Melodie foh „Uff der Heidi gluin de lesste Hosse“ enschiere“. Let’s twisdd egän!

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23. Juni 2021
von Juergen
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Wenn die Sonne malerisch im Westen versinkt: Mitsommer-Gottesdienst am berühmten Hirzenhainer Segelflieger-Hang

Ortspfarrer Michael Brück (links) und sein Amtsbruder Eberhard Hoppe (rechts) zelebrierten zur Mitsommernacht im vergangenen Jahr den, Corona-bedingt, ersten Open-Air-Gottesdienst am berühmten Hirzenhainer Segelfliegerhang. Am heutigen Freitag (25. Juni) gibt es eine Neuauflage. Klappe, die Zweite. Foto: Burkhard Werner
Ortspfarrer Michael Brück (links) und sein Amtsbruder Eberhard Hoppe (rechts) zelebrierten zur Mitsommernacht im vergangenen Jahr den, Corona-bedingt, ersten Open-Air-Gottesdienst am berühmten Hirzenhainer Segelfliegerhang. Am heutigen Freitag (25. Juni) gibt es eine Neuauflage. Klappe, die Zweite. Foto: Burkhard Werner

Von Jürgen Heimann

Wer jemals auf der Außenterrasse der der Hirzenhainer Flughalle gesessen hat, weiß, wovon die Rede ist. Das Panorama, das sich von hier aus entfaltet und ausbreitet, ist nachgerade spektakulär. Vor allem dann, wenn die Sonne im Sommer flammend am wolkenlosen westlichen Himmel versinkt, um nebenbei ein explosives, ins Impressionistische abgleitende Feuerwerk an Farben und Emotionen zu hinterlassen. Impressionen wie aus einer Doku über die letzten landschaftlichen Paradiese hierzulande. Im Allgäu, oder bei den Bajuwaren zum Bleistift, kann es nicht schöner sein. Ist es auch vermutlich nicht.

Das hat sich herumgesprochen. Heerscharen auswärtiger Romantiker pilgern bei schönem Sommerwetter an den Hirzenhainer Nordwest-Hang. Dort, wo sich früher vor fast hundert Jahren die ersten Segelflugpioniere mit ihrem primitiven Holzkonstruktionen in den Himmel schraubten, die hier herrschenden, deutschlandweit einzigartigen Hangaufwinde einatmeten und sich Untertan machten, bietet sich dem Besucher heuer eine schier atemlos machende Aus- und Weitsicht. Zu ihren Füßen das von der Abendsonne vergoldete Simmersbach, ein strahlendes Eiershausen und weiter hinten Eibelshausen und Steinbrücken. Idyllische Ortschaften, die sich auf die Nachtruhe vorbereiten. Am Horizont, von der einbrechenden Dämmerung sukzessive eingedunkelt und verschlungen, die Windräder des Siegerlandes.

Dem Betrachter stockt der Atem. Die Perfektion der Schöpfung wird hier offensichtlich. Und genau das ist die Bühne, die die vereinigten evangelischen Kirchengemeinden von Hirzenhain und Simmersbach schon im vergangenen Jahr nutzten und bespielten, um daselbst einen Mitsommernachts-Gottesdienst zu zelebrieren. Die Aktion war 2020 Corona-bedingt aus der Not geboren worden. Andachten in geschlossenen Kirchenräumlichkeiten waren damals obsolet. Also wich man ins Freie aus, an den berühmten „Hang“.

Die Resonanz war überwältigend. Hunderte von Besuchern fanden sich ein, nahmen in gebührendem Pandemie-Abstand voneinander auf den mitgebrachten Campingstühlen Platz und wurden Zeuge einer Messe, wie es sie in der 751-jährigen Geschichte Hirzenhains so noch nie gegeben hatte. Ein Ambiente, das Dichter, so sie denn da gewesen wären, zu poetischen Höchstleistungen animiert hätte.

Pardon: Es waren, auch wenn aufrechte Theologen diese Wortwahl scheuen mögen, „magische“ Momente. Und wer, bitteschön, will behaupten, dass selbige nicht reproduzier- und wiederholbar wären? Deshalb: Auf ein Neues! Klappe, die Zweite.

Am gestrigen Donnerstag (24. Juni) war Johannistag. Jener Tag, an dem Johannes, der Täufer, einst das Licht der Welt erblickte. Er gilt als der erste Christ. Und er war der erste, dem das Evangelium verkündigt wurde. Er war auch der erste, der es selbst verkündete. Von ihm hat sich, nebenbei bemerkt, auch Jesus taufen lassen. Daran möchten die beiden hiesigen Kirchengemeinden erinnern. Wenn auch einen Tag zeitversetzt.

By the way: Der Johannistag am 24. Juni markiert zugleich den Anfang des Sommers und den Höhepunkt in der Jahresmitte. Was Johannes, der Täufer, einst über Jesus sagte, spiegelt sich im weiteren Jahreslauf wider: „Jesus, muss wachsen, ich aber – Johannes – muss abnehmen“.

Eindrucksvoll: Im letzten Licht der untergehenden Sonne konzertieren die vereinigten Posaunenbläser aus Hirzenhain und Simmersbach am Hirzenhainer Nord-West-Hang. Foto: Burkhard Werner

Seit der frühen Christenheit werden der Rhythmus des Jahres und die Geschichte des Wirkens Gottes in dieser Welt zusammengebracht und in Beziehung gesetzt. Nach dem Johannis-Tag werden die Tage wieder kürzer (Sommer-Sonnen-Wende). Die Ernte von Rhabarber- und Spargel geht zu Ende. Der Johannestag markierte den Beginn der Heuernte und den zweiten Schnitt an Hecken und Bäumen. Johannis hat auch Pflanzen und Tieren zum Namen verholfen: Johanniskraut, Johannisbeere, Johanniskäfer usw.

Zurück in die Gegenwart, ins Hier und Jetzt. Am heutigen Freitag (25. Juni) ist der berühmte Hirzenhainer Segelflieger-Hang erneut und zum zweiten Male Kulisse eines weit und breit einzigartigen Open-Air-Gottesdienstes, einer Mit-Sommer-Andacht, die es in diesem Form und vor einer solchen Kulisse nirgends sonst geben dürfte. Beginn: 21 Uhr. Musikalische Fußstapfen wollen dabei die (vereinigten) Posaunenchöre aus Hirzenhain und Simmersbach unter der Leitung von Martin Eizenhöfer und Torsten Reh hinterlassen. Ortspfarrer Michael Brück ist für die Liturgie zuständig, sein Amtsbruder Eberhard Hoppe hält die Predigt. Auf Matthias Schmidt, Heiko Holighaus und Thomas Hermann lastet die Verantwortung, dass technisch, lichtbildnerisch und akustisch alles klappt. Aber das dürften die Jungs schon hinkriegen. Möge das Wetter auch diesmal mitspielen! Sehen wir uns?

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