Rotorman's Blog

13. Februar 2017
von Juergen
1 Kommentar

Anschlussheilbehandlung: Der Medicus
praktiziert und operiert wieder in Fulda

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Emergency Room: Not-OP in Isfahan: Ibn Sina (Reinhard Brussmann) weiht seine Studenten in die Geheimnisse der modernen Chirurgie ein. Foto: spotlight

Von Jürgen Heimann

Das war zu erwarten. Der “Medicus” wird auch 2017 in Fulda praktizieren. Immerhin hatte der Arzt  im letztjährigen Musicalsommer einen hundertprozentigen Behandlungserfolg vorzuweisen. Alle 70.000 Patienten konnten als geheilt entlassen werden, viele davon werden aber zwecks einer Anschluss-Therapie erneut in seiner Sprechstunde im hiesigen Schlosstheater vorstellig werden. Die auf dem gleichnamigen Weltbestseller von Noah Gordon basierende Inszenierung schaffte, wovon die Produzenten anderer, mit wesentlich mehr Finanzpower ausgestatteten Stücke allenfalls zu träumen wagen: eine hundertprozentige Auslastung. Was beweist, dass nicht alleine der Etat oder eine hochtourige, superlativistische PR- und Propagandamaschinerie für Erfolg oder Misserfolg ausschlaggebend sind…. Weiterlesen →

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12. Februar 2017
von Juergen
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Trolle, Wracks und grandiose Naturpanoramen

Auf dem Feuerstuhl bis hoch ans Nordkap
Trolle, Wracks und grandiose Naturpanoramen

klein-Kombi

Auf dem Feuerstuhl in 19 Tagen durch vier skandinavische Länder. Mitglieder des Hirzenhainer Motorradclubs haben die Impressionen der 7.300 Kilometer langen Reise in einer packenden Multimedia-Präsentation zusammengefasst, zu der sie für kommenden Sonntag (19. Februar) ins hiesige Dorfgemeinschaftshaus einladen. Beginn: 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Jürgen Heimann

7.500 Kilometer reißt man nicht mal eben an einem Sonntagnachmittag ab. Etwas mehr Zeit hatten die Mitglieder des Hirzenhainer Motorradclubs für ihre skandinavische Vier-Länder-Tournee schon eingeplant. 19 Tage insgesamt. Final Destination: das Nordkap. Den (fast) nördlichsten Punkt Europas auf dem direkten Wege anzusteuern, wäre langweilig gewesen. Und man hätte unterwegs viel landschaftliches Sightseeing-Potential verschenkt bzw. links liegen lassen müssen. Also musste das Navi diverse Umwege berechnen, solche, die über Stock und Stein, unbefestigte Schotterpisten, durch tiefe Wälder, schier endlose Weiten, grandiose Naturpanoramen und über schwindelerregende Hochstraßen führten. Zumal auch die Kameras mit diversen Impressionen gefüttert werden wollten. Und das läpperte sich zusammen. Viele Tausend Aufnahmen und Videodateien füllten schließlich die  Festplatten-Chips. Aus dieser Fülle haben die Biker eine packende Multimedia-Präsentation generiert, die sie am kommenden Sonntag (19. Februar) der interessierten Öffentlichkeit vorstellen wollen. Titel: „Long Way North“. Schauplatz: Das hiesige Dorfgemeinschaftshaus. Beginn: 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.   Weiterlesen →

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11. Februar 2017
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Immer wenn er Pillen nahm: Anti-Drepressiva
für den Zander, das Klo als Sondermülldeponie

Immer wenn er Pillen nahm: Anti-Drepressiva
für den Zander, das Klo als Sondermülldeponie

klein-Doc-Medikamente

Mothers’s little Helper: Für jedes Wehwehchen gibt es das passende Gegenmittel. Und die Hersteller liefern sich einen harten Konkurrenzkampf. Gelegentlich entscheidet das Aussehen der Pharmareferentin darüber, welches Medikament der Onkel Doktor verschreibt. Foto: Pixabay

Von Jürgen Heimann

Psychopharmaka gegen Prüfungsangst und/oder Leistungsstress gibt es ja en masse. Solche zur Bekämpfung des inneren Schweinehundes kaum. Gilt auch für Pillen, die bewirken, dass Mathe oder Latein in der Schule interessanter werden oder solche, die Faulheit und Arbeitsunlust beheben bzw. die hässliche Nachbarin in eine Schönheit verwandeln. Aber ansonsten findet sich für wirklich alles ein passendes Mittelchen. 1391 Millionen Arzneipackungen sind allein 2014 über die Theken unserer Apotheken gewandert. Über 47 Milliarden Euro hat die deutsche Pharmaindustrie im vergangenen Jahr umgesetzt.  Der weltweite Umsatz belief sich 2014 auf 936,5 Milliarden Dollar!!! Und  wir alle steuern nach Kräften dazu. Wir werden dadurch zwar nicht unbedingt gesünder, aber darum geht es ja auch nicht. Die Wirksamkeit der entsprechenden Medikamente ist individuell unterschiedlich und auch nicht immer nachweisbar. Da ist stets viel Psychologie mit im Spiel. Man muss in gewisser Hinsicht auch dran glauben. Dann  wird schon alles gut, aber nix besser…. Weiterlesen →

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9. Februar 2017
von Juergen
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darf der Fuchs die Gans nicht mehr stehlen

Von der Playlist gestrichen: In Limburg
darf der Fuchs die Gans nicht mehr stehlen

Fuxchs Du hast

Kein Karnevalsscherz: Der Kinderlied-Klassiker wird vorerst in Limburg nicht mehr geläutet. Weil er angeblich tierfeindlich ist landete der Evergreen auf den Index.

Von Jürgen Heimann

Alles was recht ist, aber lassen wir die Kathedrale doch im Dorf und die Wildwutz im Wald. Es ist wirklich kein verfrühter Aprilscherz. Aber vielleicht hängt das irgendwie mit Karneval zusammen, der ja in von Katholiken geprägten Regionen besonders intensiv gefeiert wird. Da hat eine Limburgerin tatsächlich durchgesetzt, dass das vermeintlich tierfeindliche “Fuchs, Du hast die Gans gestohlen” von der Playlist des Glockenspiels am hiesigen Rathaus gestrichen wurde. Notabene: Es geht und ging hier nur um die instrumentale Version des volkstümlichen, 1824 von Ernst Anschütz verfassten Kinderliedes. Singen können die Bimmeln ja nicht. Der Text dieses Traditionals dürfte andererseits jedem von klein auf vertraut sein. Dem buschschwänzigen Kidnapper wird darin ultimativ die vom Jäger zu vollstreckende Todesstrafe angedroht, sollte er das geraubte Federvieh nicht umgehend zurück bringen, und zwar unversehrt. Klare Ansage. Und das geht der Frau aus der Hessischen Dom- und Bischofsstadt zu weit.   Weiterlesen →

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7. Februar 2017
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Neue Jagddisziplin: „Tierschutzgerechtes
und sachkundiges Töten“ als Ultima Ratio

Neue Jagddisziplin: „Tierschutzgerechtes
und sachkundiges Töten“ als Ultima Ratio

Westfalenhallen GmbH / Foto: Anja Cord

Realsatire oder blanker Zynismus? Das Präsidium des Deutschen Jagdverbandes (ganz rechts Präsident Hartwig Fischer) vertritt 382.000 bewaffnete Umwelt- und Tierschützer. Die haben im letzten Jagdjahr über 4,3 Millionen Lebewesen zur Strecke gebracht, darunter auch 610.000 Wildschweine. Vielleicht hätte man für das auf der Messe „Jagd und Hund“ ‘geschossene‘ Erinnerungs-Foto doch einen weniger verfänglichen Hintergrund wählen sollen. Auch das Vordergrundmotiv ist in diesem Kontext ein Fehlgriff. Foto: Westfalenhallen GmbH/Anja Cord

Von Jürgen Heimann

Es herrscht Krieg. Krieg in der Natur. Krieg zwischen Mensch und Tier. Oder besser gesagt zwischen Jägern und Tieren. Wobei wir weit von einer Waffengleichheit entfernt sind. Und in Kriegszeiten, das lehrt die Geschichte, ist die zweibeinige Krone der Schöpfung am kreativsten und einfallsreichsten. Auf vielen Gebieten. Vor allem aber, wenn es darum geht, neue Instrumentarien zur Vernichtung des Feindes zu entwickeln. Das war auch wieder auf der zu Ende gegangenen Martial-Schau “Jagd und Hund” in Dortmund, Europas größter Jagdmesse, zu beobachten. Da präsentierten Hersteller dem freudig-erregten Fachpublikum ihre Innovationen und Neuheiten, die den Grünwamsträgern das Leben erleichtern und dabei helfen sollen, ihren Opfern selbiges noch effizienter zu nehmen.   Weiterlesen →

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4. Februar 2017
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Schmetterlinge im Bauch: Unser Essen
von morgen krabbelt, kriecht und zirpt

Schmetterlinge im Bauch: Unser Essen
von morgen krabbelt, kriecht und zirpt

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Streng verdaulich: Da läuft einem doch glatt das Wasser im Munde zusammen: Ein leckerer Seidenraupen-Eintopf. Foto: Pixabay

Von Jürgen Heimann

Gewöhnen wir uns einfach schon mal an die Vorstellung, dass es sich bei der Plastikbox mit den kleinen Löchern im Deckel, unter dem es so verdächtig zirpt, raschelt, kratzt und summt, um unser Lunchpaket der Zukunft handelt. Und wenn der Kollege von Schmetterlingen im Bauch berichtet, ist er nicht verliebt, sondern kommt aus der Werkskantine. Um den (Fleisch-)Hunger dieser Welt zu stillen, führt an Insekten als Nahrungsmittel langfristig kein Weg vorbei. Zumindest ist die Welternährungsorganisation FAO davon überzeugt. Die wachsende Menschheit könne ohne den Verzehr der sechsbeinigen Leckerlis auf Dauer nicht mehr satt werden, heißt es.    Weiterlesen →

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1. Februar 2017
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Tragödien und Schicksale am Himmel und
auf der Erde: Bomben, Tod und Zerstörung

Tragödien und Schicksale am Himmel und
auf der Erde: Bomben, Tod und Zerstörung

Opfer

Sie sind sich nie begegnet, aber ihre Schicksale sind auf tragische Weise miteinander verknüpft. Hans Juranek (links), Pilot einer Focke-Wulf 190, starb im Luftkampf über Herborn. Traude Gehe aus Herborn (Mitte) fand neben neunzehn weiteren Fahrgästen bei einem Nachtjägerangriff auf einen Personenzug bei Werdorf den Tod. Sergeant Clayton (rechts) war der zweite Bordfunker jenes Lancaster-Bombers, der am 31. März 1944 in Heusler’s Weiher bei Dillenburg gestürzt war. Seine Leiche wurde erst dreieinhalb Jahre später gefunden. Quelle: Geschichtsverein Herborn

Von Jürgen Heimann

Der Mann stammte aus London. Ein gewisser Sergeant Clayton. Vorname nicht bekannt. Da war Hans Juranek. 22 Jahre alt. Aus Wiener-Neustadt. Und Traude Gehe, eine junge Herbornerin. Drei Menschen, die sich nie begegnet sind, deren Schicksale aber auf tragische Weise miteinander verknüpft waren. Drei von vielen hundert Opfern, die der Luftkrieg über dem Dillgebiet gefordert hat. Drei Menschen, die im Feuer-Explosions- und Trümmerhagel einer außer Rand und Band geratenen Luftkriegsmaschinerie ihr Leben ließen. In den unsäglichen Jahren zwischen 1939 und 1945, einer Zeit, als die Götterdämmerung über das Tausendjährige Reich, das letztlich gerade mal zwölf furchtbare Jahre Bestand hatte, längst hereingebrochen war. Auch am Himmel der heimatlichen Region und von diesem herab wurde erbittert, gnaden- und rücksichtslos gekämpft, wobei es, das liegt im unheiligen Wesen der üblen Sache, nicht nur die unmittelbar involvierten Kombattanten traf, sondern überwiegend Unbeteiligte, Unschuldige. Eine informative Dokumentation der Geschehnisse im Eschenburger Regionalmuseum erinnert an dieses dunkle Kapitel.   Weiterlesen →

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29. Januar 2017
von Juergen
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Hepps schöne Hecke, Jan Böhmermann
und das Gewächshaus von Björn Höcke

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Die „Gottesanbeterin“ ist die “Femme fatale” unter den Fangschrecken und hat ein sehr gewöhnungsbedürftiges Beischlafverhalten. Die Weibchen beißen ihrem in der Regel deutlich kleineren Menne nach Vollzug den Kopf ab und fressen ihn auf. Die Wahl zum „Insekt des Jahres“ lässt Rückschlüsse auf die geschlechtsspezifische Zusammensetzung der Jury zu. Foto: Pixabay

Von Jürgen Heimann

Die Liste ist lang und enthält Namen, von denen Otto-Normal-Verbraucher noch nie etwas gehört haben dürfte. Und sei’s drum, dass er gewöhnlich mit offenen Augen und wachen Sinnen durch die Natur stiefelt. Denn was, bitteschön, haben wir uns unter einem “Choanoflagellat” vorzustellen? Erinnert phonetisch ein bisschen an den Flagellant, hat aber jetzt nix mit den christlichen Selbstgeißlern des 13. und 14. Jahrhunderts zu tun. Und bei “Hepps Schönfleck” handelt es sich auch nicht um das kunstvoll angelegte Gartenparadies meines Nachbarn Kurt Hepp. Davon abgesehen käme noch nicht einmal die Reliquien-affine katholische Kirche auf die kühne Idee, sich ein mumifiziertes  und verschrumpeltes “Judasohr” in den Heiligenschrein zu legen. Eines von diesem Verräter-Typen schon mal grad gar nicht.   Weiterlesen →

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25. Januar 2017
von Juergen
Kommentare deaktiviert für Als der Himmel brannte: Ausstellung über
den folgenschweren Luftkrieg im Dillkreis

Als der Himmel brannte: Ausstellung über
den folgenschweren Luftkrieg im Dillkreis

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Als es Feuer vom Himmel regnete: Die Ausstellung im Eschenburger Regionalmuseum ermöglicht detaillierte Einblicke in das Luftkriegsgeschehen im Dillgebiet. Im Vordergrund eine lebensgroße Puppe in der Einsatzausrüstung einer britischen Bomberbesatzung. Foto: Winfried Krüger

Von Jürgen Heimann

72 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs beginnen die Spuren dieses katastrophalen globalen Waffengangs mit Abermillionen Toten langsam zu verblassen. Aber es gibt sie noch. Ebenso wie die Erinnerungen in den Köpfen jener, die Zeugen des blutigen, viele Opfer fordernden Geschehens wurden, und sei es nur am Rande. Die großen Schlachten wurden zwar woanders geschlagen, doch auch die Region an der Dill blieb nicht außen vor. Hier war es vor allem die luftgestützte Kriegsmaschinerie, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzte.   Weiterlesen →

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24. Januar 2017
von Juergen
3 Kommentare

Fuchswochen im Gießener Land: Jäger,
Bettmatratzen und Vollkornbrötchen

Zielen

Im Visier der Gießener Jäger. Füchse sollen in den Revieren der Region in den nächsten Tagen besonders „scharf“ bejagt werden.

Von Jürgen Heimann

Im Ergebnis bleibt es sich egal, ob wir es hier mit Erkenntnisresistenz oder infantilem, spätpubertärem Trotz zu tun haben. Ob die Pulverdampf-geschwängerten Muskelspiele, die die Jägerschaft derzeit wieder in ganz Deutschland veranstaltet, nur der Befriedigung eines krankhaften Tötungstriebs und damit der eigenen Luststeigerung dienen oder dem Ganzen tatsächlich, wie behauptet wird, eine zwingende Notwendigkeit zugrunde liegt. Letzteres kann und darf in Gänze verneint werden. Alle wildbiologischen Erkenntnisse sprechen dagegen.

Die Zeche zahlen, wie immer, die Tiere, deren Bestände regulieren und ihnen auf die Pfoten klopfen zu müssen die Weidleute ja nicht müde werden zu verbreiten. Aktuell ist es wieder mal der Fuchs, der ins Visier der grünen Abiturienten gerät. Nachdem die beliebten Treib- und Drückjagden, bei denen zum Jahresende hin jeweils auf alles geballert wird, was bei drei nicht auf oder hinter einem Baum in Deckung gegangen ist, erfolgreich gestemmt worden sind, sieht sich nun der Rotrock in allen Teilen des Michel-Landes einem konzentrierten Feuer ausgesetzt. Insofern dürfte neben dem “Problemwolf” auch der Begriff “Fuchswoche” als “(Un-)Wort des Jahres” durchaus Chancen haben.   Weiterlesen →

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