Rotorman's Blog

Badevergnügen im Glitzerregen
Die Amsel lässt die Funken fliegen

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Da fliegen die Funken: Amsel bei der Abendtoilette. Aber so heiß war das Bad (doch) gar nicht. Foto: Uwe Schäfer

Nein, das ist weder der Rhein, noch der Heisterberger Weiher in Flammen.Und um einen Sternschnuppenregen handelt es sich auch nicht. Das fidele Amselmännchen, das sich hier so lustvoll im vermeintlichen Funkenhagel inszeniert, hat der Eibelshäuser Naturfotograf Uwe Schäfer bei seiner ausgiebigen Abendtoilette abgelichtet, bei extremen Gegenlicht. Die glitzernden Effekte sind das Ergebnis einer langen Belichtungszeit bei gleichzeitiger Unterbelichtung.  So wirkt es, als hätte ein Pyrotechniker sein ganzes Arsenal gezündet. Was wie Raketenglitzer aussieht, sind in Wahrheit Wassertröpfchen.Ein reinigendes, erfrischendes Bad wissen nicht nur Amseln, von den Engländern aus naheliegenden Gründen „Blackbirds“ genannt, zu schätzen. Fast alle unsere Gartenvögel nutzen die Gelegenheit, so vorhanden, gerne. Sei es zwecks Körperpflege, zur Abkühlung oder zum Durstlöschen. Eine Vogeltränke im Garten bleibt nicht lange unentdeckt und ungenutzt. Da herrscht dann, so die Voraussetzungen stimmen, Betrieb wie örtlichen Freibad, wenn, was freilich selten genug vorkommt, das Thermometer mal über die 30-Grad-Marke klettert.

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Brrrr… (Nicht nur) den Kopf gewaschen. Ein Fön wäre jetzt nicht schlecht. Eichelhäher nach der dritten „Haar“-Spühlung. Foto: Uwe Schäfer

Doch hier liegt auch das Problem, bzw. kann es liegen. Da unsere gefiederten Freunde ja nicht zwischen Badebassin und Trinkstelle unterscheiden, ist das Wasser meist auch sehr schnell verunreinigt, wodurch sich die zwitschernden Nutzer Infektionen einfangen können, die im schlimmsten Falle tödlich enden. Deshalb sollte die Multifunktionstränke auch täglich gereinigt werden. Es reicht nicht, sie lediglich regelmäßig neu mit frischem Wasser zu befüllen.

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Spieglein, Spieglein: Das Grünfinken-Pärchen kann sich nicht entscheiden, ob es in den Pool hüpfen soll. Am Ende sieht man so zerrupft aus wie die Amseldame, die ihr Bad schon hinter sich hat. Foto: Uwe Schäfer

Wer diesen Aufwand scheut bzw. die Zeit dafür nicht aufbringen kann, sollte lieber darauf verzichten – im Interesse der Piepmätze, die dann nach einem Gartenteich oder eine Pfütze Ausschau halten.  Wer die wenigen Minuten, die eine Säuberung beansprucht, jedoch auf sich nimmt, wird reichlich belohnt, durch täglich wechselnde Schauspiele voller praller, naturnaher Lebensfreude….

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Ein Bunt-, kein Schluckspecht. Er genießt die Plörre mit geschlossenen Augen. Aber hineihüpfen mag er (noch) nicht. Foto: Uwe Schäfer

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