Rotorman's Blog

28. März 2017
von Juergen
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Internetfähige Smart-Schnuller und ein
goldener Kinderwagen für 55.000 Euro

baby-erstausstattung

Was man so in den ersten Lebensmonaten zum Überleben braucht.

Ich teile die in einer entsprechenden Geburtsanzeige meiner Bekannten Marc und Lisa zum Ausdruck gebrachte Euphorie: „Wir freuen uns, die Geburt unserer Tochter Janina-Libella-Dolores-Kathrin bekannt geben zu können. Es ist ein Mädchen“. 2252 Gramm schwer, 52 cm groß. Gut, lassen wir mal die Gardemaße außen vor. Diese dürften sich in den folgenden Wochen auf der wachsenden und nach oben hin offenen Richterskala sowieso noch verschieben. Und „Schantalle“ haben sie das kleine unschuldige Wesen ja Gott sei Dank auch nicht genannt. Wäre der Wonneproppen ein Junge, müsste bei der Namensgebung einiges schief gelaufen sein.   Weiterlesen →

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25. März 2017
von Juergen
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Zwischen Head-of’s und Fuck-offs: Small-
Talk mit dem “Cash Relation Officer”

Titel

Und was machen Sie beruflich? Hin- und hergerissen zwischen Waffel-Designer, Bienen-Flüsterer, Semmel-Masseur und Unterwasser-Chirurg. Auf Stehempfängen und Cocktail-Partys trifft man interessante, coole Leute, die sich ihr hartes Brot mit den abenteuerlichsten Jobs verdienen.

Cocktail-Party in der Nobel-Lounge des For Season. Weiß der Himmel, wie man zu dieser Einladung gekommen ist. Wir fühlen uns geehrt. Ungezwungener Small-Talk in kleinen Gruppen. Da geht es dann um adäquate Debugging-Strategien zur Optimierung stringenter Konzepte oder auch ergonomische Flowmethoden als Top Requirements äquivalenter  Parallelität. Alles klar. Aber dann kommt die Gretchenfrage: Und was machen Sie so? Wenn die Rede auf die berufliche Profession kommt, sieht man sich als einfacher, von mentaler Insuffizienz gebeutelter Bub vom Dorf schnell in die Defensive gedrängt. Als praktisch-bildbarer Sachbearbeiter eines mittelständischen Familienbetriebs, der Zubehör für recycelbare, selbstleuchtende Senftubenschraubverschlüsse produziert, lässt es sich gegen all die hypen und coolen Head of’s und Fuck-offs, diese geschniegelten „Content-Manager“, „Frontend-Application Engineers“ und gelackten „User-Interface-Designer“ kaum anstinken.   Weiterlesen →

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22. März 2017
von Juergen
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Verkaufskanonen: Tiefkühltruhen für Eskimos
und eine internetfähige Bio-Rheumadecke

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Da muss man/frau einfach zuschlagen. Sonderangebote, Rabatte und Preisermäßigungen an allen Ecken und Enden. Nie war die Gelegenheit so günstig…

Unser wirtschaftlicher Wohlstand gründet auf Konsum. Nur wenn Verbraucher auch verbrauchen, geht es Industrie und Handel gut. Den Menschen mitunter auch. Den einen mehr, den anderen weniger. Nun ist es mitunter notwendig, die Nachfrage etwas anzukurbeln und den potentiellen Abnehmer in die richtigen Bahnen zu lenken. Dafür steht den Verkaufs-Strategen ein immer ausgefeilter werdendes Instrumentarium an psychologischen Tricks zur Verfügung, von denen wir wissen, dass es sie gibt, sie eben aber nicht immer gleich durchschauen. Dass wir entsprechend manipuliert werden, damit haben wir uns abgefunden. Das gehört zum Spiel, dessen Regeln man aber zumindest ansatzweise kennen sollte.   Weiterlesen →

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19. März 2017
von Juergen
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Prügeleien beim Frühstück, Mutti und die
Hauptstadt-Korrespondenten meiner Zeitung

Seite

„Meine“ Zeitung spricht mit den Mächtigen: Die Mutti hat den Hauptstadt-Korrespondenten der Zeitungsgruppe Lahn-Dill ein ganzseitiges Interview gegeben – „tiefenentspannt und konzentriert“. Da sieht man mal wieder: Die Medienprofis aus Wetzlar haben ihr Ohr am Puls des Geschehens und sind sogar in der Hauptstadt mit einem eigenen Büro vertreten.

Also, ich räume zerknirscht und Besserung gelobend ein: Ich habe meiner regionalen Heimatzeitung bisher bitter Unrecht getan. Zumindest immer dann, wenn ich sie als lieblos gemachte, provinzielle Käsepostille verunglimpft und diskreditiert habe. Ein Blatt, das im Grunde genommen so überflüssig sei wie ein Messer ohne Klinge, bei dem auch noch der Griff fehlt. Jetzt weiß ich, dieses gedruckte und weltoffene Nachrichtenmagazin für mündige, intellektuelle und aufgeklärte Bürger von heute und vorgestern kickt in der ersten Liga der deutschen Printmedien. Und das auf qualitativer und bedeutungsrelevanter Augenhöhe mit der FAZ, der Süddeutschen und der ZEIT.     Weiterlesen →

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17. März 2017
von Juergen
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Tierischer Sex I: Nacktkiemer werfen ihren
besten Freund nach einmaligem Gebrauch weg

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Käpt’n, lass‘ die Segel hissen. „Papierboote“, das sind kleine, auch als „Argonauten“ bezeichnete achtarmige Tintenfische, trennen zur Fortpflanzung ihren eigenen Penis ab und schicken diesen, selbst über größere Entfernungen hinweg, auf die Reise zur Dame ihrer Wahl. Foto: Bernd Hofmann @de.wikipedia, CC BY-SA 2.0.

Also, von den Tieren können wir noch eine Menge lernen. Kürzlich habe ich gelesen, dass Papierboote – wir reden jetzt  nicht von Produkten irgendwelcher Origami-Freaks, sondern den als solche bezeichneten Meeresbewohnern – zur Fortpflanzung ihren eigenen Penis abtrennen. Zumindest die Männchen unter diesen auch „Argonauten“ genannten Kopffüßern tun das. Die Glieder wandern dann, auch über größere Distanzen hinweg, wie ein Torpedo zu und in die Weibchen. Saubere Sache – für beide Seiten. Jetzt weiß ich nicht, ob es sich dabei, also bei dem Schwengel, um eine nachwachsende Ressource oder es sich bei dem ganzen Vorgang um eine einmalige, unumkehrbare und nicht wiederholbare Performance handelt. Möglicherweise dient sie aber der eigenen Sicherheit.   Weiterlesen →

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17. März 2017
von Juergen
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Der Blauwal hat den Längsten und
die Stabheuschrecke kann am längsten

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Das ham‘ wer gern: Pennt den ganzen Tag, schickt seine Alte anschaffen und hängt dann abends den Omnipotenten raus. Löwen können sich bis zu 40mal hintereinander paaren. Foto: Pixabay

Viele Vertreter aus dem Tierreich sind dem Homo Sapiens in Sachen Sex haushoch überlegen und lassen ihn ganz schön alt aussehen. Nehmen wir die Stabheuschrecken. Die rammeln zehn Wochen am Stück!  Ohne Viagra. Treibende Kräfte hinter diesem Potenz-Marathon sind  - natürlich – die Männchen. Die lassen auch deshalb nix anbrennen und nicht so schnell vom Objekt ihrer Begierde, damit etwaige Konkurrenten nicht zum Zuge kommen. Und gegen den Harem eines Seeelefanten sind die Kemenate von Scheich Abdullah ibn Präserla in Hafar al-Batin monogamistisches Ödland. Ein Bulle dieser größten Robbenart der Welt schart bis zu 50 Damen um sich und beglückt sie nacheinander. Dagegen macht der Emir keinen Stich und muss die Segel seiner Wüstenschiffe streiche(l)n. Andererseits: Im Laufe eines 60-jährigen Lebens hat ein Mann insgesamt fünf Jahre lang eine Erektion –  während er schläft.   Weiterlesen →

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15. März 2017
von Juergen
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Händewaschen mit grüner Seife: Saufen
für den Regenwald, kacken gegen Tetanus

Das Krombacher Regenwald-Projekt 2008 am Start

Der Klassiker: Saufen für die Rettung des Regenwaldes. Jährlich werden etwa 100 Milliarden Quadratmeter Tropenforst abgeholzt. Um das auszugleichen, müssten die deutschen Schluckspechte täglich den Inhalt von 274 Millionen Kästen Krombacher vernichten.

Nein, ohne “Fair Trade”, ohne Güte-, Qualitäts- und ISO-zertifiziertes Nachhaltigkeitssiegel läuft heute nix mehr. Wir, die Verbraucher, entscheiden an der Supermarkt- und Kaufhauskasse, wie es dem Planeten weiterhin geht – und retten ihn natürlich. Einschließlich seiner Bewohner. Wir saufen für die Rettung des Regenwaldes, kacken bzw. lassen kacken, damit schwangere Frauen in Entwicklungsländern gegen Tetanus geimpft werden können, und knabbern Erdnüsse, um die Finanzierung einer Krabbelgruppe im Himalaya für praktische bildbare Kinder aus sozial schwachen und obdachlosen nepalesischen Roma-Familien zu sichern. Wahlweise kann es auch die Unterstützung einer Initiative zur Alphabetisierung HIV-infizierter Pygmäen im Süden Kameruns sein. Egal. Da halten wir es mit den Pfadfindern: Jeden Tag eine gute Tat – mindestens…. Weiterlesen →

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13. März 2017
von Juergen
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Rote Karte für die Erdoğanis: Klare
Kante statt Kuscheln mit dem Diktator

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Protest gegen Nazi-Willkür auf deutschem Boden: “Freilaufende Hühner demonstrieren bei uns für die Käfighaltung in der Türkei“. Fotos: Screenshot

Da verspotten wir unsere Nachbarn schon mal gerne als Goudas, Tulpen-Heinis und Wohngespann-Invasoren. Aber dabei sind die Oranjes die einzigen, die den sich immer dreister und unverschämter gebärdenden türkischen Erdoğanis zeigen, wo der Hammer hängt. Landeverbot für den Außenminister, erzwungener Boxen-Stopp für die Familien- und Sozialministerin. So reagiert ein souveräner demokratischer Staat, und sei er, siehe Holland, noch so klein, auf Provokationen, Anfeindungen und Drohungen einer faschistischen Oligarchen-Clique. Und vor allem auf deren Versuch, in einer freiheitlich strukturierten Gesellschaft den Boden für die endgültige Abschaffung von Menschenrechten und Demokratie daheim am Bosporus zu bereiten. Um nebenbei die eigenen, in der Nazi-Fremde darbenden und unterdrückten Landsleute gegeneinander aufzuhetzen.

Wer sich von denen dem Versuch, den Gewaltherrscher aus Ankara mit noch weitreichenderen Vollmachten auszustatten, widersetzt oder diesem kritisch gegenüber steht, ist nach gängigem Sprachgebrauch gleich ein Terrorist. Zu Hause sowieso. Wer mit “Nein” stimme, werde wie ein PKK-Terrorist behandelt, hat der Oberstaatsanwalt von Antalya bereits angekündigt. Bei uns in Deutschland sorgt ein flächendeckend operierendes, vom türkischen Geheimdienst und dem von der türkischen Religionsbehörde Diyanet kontrollierten türkisch-islamischen Dachverband  DİTİB bezahltes Spitzel- und Denunzianten-Heer zwischen Kiel, Konstanz, Aachen und Bitterfeld dafür, dass die Namen hiesiger Abweichler auch daheim bekannt werden. Die Angehörigen der Volksverräter bekommen das zu spüren und müssen es ausbaden.   Weiterlesen →

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11. März 2017
von Juergen
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Jäger will Schonzeiten für Fuchs und
Waschbär per Gerichtsbeschluss kippen

Lass uns leben

Marius Müller-Milch-Westernhagen meinte, als er 1986 diesen Song veröffentlichte, natürlich etwas ganz anderes. Aber der Titel hat das Zeug, im Nachhinein zur Hymne all jener zu werden, die dem sinnlosen Abschlachten von Fuchs und Waschbär in den deutschen, zu Schießständen verkommenen Revieren den Kampf angesagt haben.

Diesen denkwürdigen, auf der Facebook-Seite des Kreisjagdvereins Hofgeismar platzierten Satz muss man sich mal auf der mit viel Korn gestreckten Kimme zergehen lassen: „Jagdrecht steht immer für Unterstützung der Artenvielfalt und damit insbesondere für Naturschutz. Somit ist natürlich auch der praktikable Schutz des einzelnen Lebewesens in seiner ethischen Würde durch den Erleger zu gewährleisten. Dies dokumentiert jeder verantwortungsbewusste Jäger mit seiner umfangreichen Ausbildung. Man kann ihm (dem Jäger; Anm. der Red.) also vertrauen!“  Schluck!    Weiterlesen →

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7. März 2017
von Juergen
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Blitzlichter: Goldene Ohrringe, Big Brother in
der Tonne, knipsende Zigarettenautomaten

Blitz-Tim Reckmann_pixelio.de

Ob Dein Tacho richtig dreht, weißt Du wenn das Licht angeht. Foto: Tim Reckmann/Pixelio.de

Wäre der deutsche Automobilist eine Kuh, was er von seiner finanziellen Milchleistung her ja eigentlich auch ist, er bekäme seit Jahren bei der DLG-Prämierung regelmäßig Brillant-besetzte Goldmedaillen mit Eichenlaub und Schwertern. Ohne die germanischen Gaspedalos hätte unser Staat längst Konkurs anmelden müssen – und der schwarze, rot schnäuzige Adler im Wappen müsste dem Pleitegeier weichen. Aber so… Die motorisierte Basis trägt inzwischen sogar einen großen Anteil an Mitschuld daran, dass der Schäuble-Gierschlund derzeit wieder Sorgen hat. Dahingehend, dass der oberste Kassenwart der Republik nicht weiß, wohin mit den aktuellen Überschuss-Milliarden im Haushalt. Im Jahre 2015 beispielsweise hat das fahrende deutsche Volk 8,6 Milliarden Euro allein an Kfz-Steuer abgedrückt. Weitere 39,595 Milliarden flossen an Energiesteuer. Da müsste man jetzt halt herausrechnen, wie viel von dieser astronomischen Summe auf die Besteuerung des Sprits entfallen ist. Aber egal: Schon der Evangelist Lukas hat ja gesagt: “Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“! Und an dieser Maxime halten wir bis heute unverbrüchlich fest. … Weiterlesen →

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