Rotorman's Blog

22. Februar 2017
von Juergen
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Linguales Sterben: Die Muttersprache heißt
deshalb so, weil der Vater nix zu melden hat

Titel

Der 21. Februar gilt seit dem Jahr 2000 weltweit als „Internationaler Tag der Muttersprache“. Hat sich die UNESCO ausgedacht, um damit auf das globale Sprachsterben aufmerksam zu machen.

Am Dienstag dieser Woche  hatte Mutti das erste und letzte Wort. Aber nicht nur Angela, die ja den ganzen Tag redet, ohne dabei etwas Substantielles zu sagen. Der 21. Februar gilt als hoher Feiertag all jener, die nicht zwingend auf ein gepflegtes Hochdeutsch abonniert sind. Wie beispielsweise die Württemberger, die ihre artikulativen Defizite sogar zum Slogan einer Sympathiekampagne für ihr Spätzle-Ländle gemacht hatten  – um den dialektal stärker geprägten Süden gegen den Norden abzugrenzen: “Wir können alles außer Hochdeutsch”, verkündeten sie stolz. Ex-Ministerpräsident Günter Oettinger, der sich heute als für Haushalt und Personal zuständiger EU-Kommissar durch Brüssel stottert, kann darüber hinaus auch kein Englisch. Außer selbigem gibt es weltweit noch rund 6.000 weitere Sprachen und Dialekte. Knapp die Hälfte davon sind vom Aussterben bedroht. Deshalb hat die UNESCO diesen 21.2. bereits anno 2000 zum “Internationalen Tag der Muttersprache” deklariert – weil Sprache halt auch von Identität stiftender Relevanz und Ausdruck kultureller Vielfalt ist.   Weiterlesen →

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21. Februar 2017
von Juergen
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Chicken-Run-Aus: Nach Hamster-Mumps und
Sittich-Tripper Vorbeugehaft für’s Federvieh

Sperrbezirk

Die Open-Air-Saison für’s Geflügel ist bis auf weiteres vorbei. Seit November vergangenen Jahres besteht in weiten Teilen Deutschlands eine strikte Stallpflicht. Millionen Federviecher sind in Vorbeugehaft.

Nach Hamster-Mumps, Dackeldemenz, Wellensittich-Tripper, Rinder-Schizophrenie  und Schweine-Bronchitis war es mal wieder an der Zeit für eine weitere tierische Seuche: die Vogelgrippe. Die, auch als Hühnerpest bezeichnet, ist zwar jetzt so neu auch wieder nicht, aber ungemein kreativ und innovativ, wie ihre aktuelle, auf dem H5N8-Erreger basierende Update-Variante zeigt. Und die versetzt den ganzen Kontinent in helle Aufregung. Der tückische Virus hat sich schon in 26 europäischen Ländern breit gemacht. Wobei der Expansionsdrang dieser vom Robert-Koch-Institut als aggressiv eingestuften Spielart der “Aviäre-Influenza” ungebrochen scheint. Irgendwelche blöden Wildvögel auf der Durchreise, vermutlich wieder mal solche aus Zentralrussland, Sibirien und der Mongolei, haben sie eingeschleppt und ihre hiesigen Kollegen damit angesteckt. Die fallen nun schlapp und Schüttelfrost-gepeinigt wie die Fliegen vom Himmel. Meistens suchen sie sich als Landezone ein Hausgeflügelgehege aus – um die letzten Momente auf Erden im Kreise der Verwandtschaft zu verbringen. Weil sich das aber nicht geziemt und zudem gegen alle Regeln der Luftverkehrsordnung verstößt, wurden diese umzäunten Landebahnen inzwischen gesperrt und deren rechtmäßige Bewohner zu striktem Stubenarrest verdonnert… Weiterlesen →

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18. Februar 2017
von Juergen
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Rundumpflege durch eine ehemalige Miss
Universum auf dem Ku’Damm in Meck-Pomm

Titel

Mir freue sich: Mit Sophia, Karolin, Jana und Vanessa und einem Rundum-Sorglos-Paket ins karibische Paradies.

Kennenlernen würde ich die Damen, die so rührend um mich bemüht sind und mir ständig nette E-Mails schreiben, ja schon mal ganz gerne. Sie heißen Karolin Holtzmann, Sophia Hoch, wahlweise Sofia Schwarze, Simone Wiesenmüller, Julia Scherer, Klaudia Waechter, Jana Schreiber und Vanessa Abend. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Nahezu täglich bekomme ich seit ein paar Monaten Post von ihnen und ihren offenbar reizenden Kolleginnen. Wobei sich ihr Output in jüngster Zeit noch einmal deutlich erhöht hat. Aber es ist schwer, an die Ladies ran zu kommen. Weil sie sich wie ein Phantom allen Annäherungsversuchen entziehen. Das ist wie verhext. Keine Sau kennt Sophia Schwarze aus der Grünauer Straße 30 in 21683 Stade. Und auch Gabriele Farber aus der Wallstraße 25 in 53506 Hönningen gibt Rätsel auf. Mir wie ihren Nachbarn. In dem pfälzischen zur Verbandsgemeinde Altenahr (Landkreis Ahrweiler) gehörenden 1047-Seelen-Kaff gibt es nämlich keine Wallstraße, geschweige denn eine farbige Gaby… Weiterlesen →

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16. Februar 2017
von Juergen
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Rettet Nemo! Weniger Fisch auf den Tisch! Der
Appetit auf die Grätenheinis hat fatale Folgen

21/05/2011 - Carloforte - Mattanza Tonni | Matanza de atunes | K

Thunfische im eigenen „Saft“. Macht Appetit auf eine entsprechend belegte Pizza oder Sushi. Die Bestände dieser Barschverwandten sind dramatisch zurückgegangen. Für sie bleibt es sich egal, ob sie nun „delfinfreundlich“ gefangen werden oder nicht. Foto: Venga

Dank des Tracking-Tools beim Discounter meines Vertrauens weiß ich in etwa, woher Horst, der Hering, der da so appetitlich von Zwiebelringen umschmeichelt und in ölige Marinade gebettet auf meinem Teller liegt, kommt. Ich brauche online nur den auf der Verpackung aufgedruckten Code in das entsprechende Feld einzugeben, und schon wird klar, in welchen feuchten Gefilden der jetzt auf mundgerechte Einzelteile zurechtgestutzte Kerl einst seine übermütigen von Schwarmintelligenz geprägten Meeresbahnen gezogen und den letzten Japser getan hat: im Nordostatlantik bei Norwegen. Das sagt mir aber bereits die ebenfalls auf der Verpackung aufgedruckte FAO-Nummer 27. Und da die Verpackung auch das MSC-Siegel des “Marine Stewardship Council” trägt, darf sich’s der Verbraucher schmecken lassen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Sein Abendessen stammt schließlich aus einer nachhaltig bewirtschafteten Quelle. Aber die ist mitunter recht trübe.     Weiterlesen →

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14. Februar 2017
von Juergen
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Probesitzen zwischen Himmel und Erde
Auf imaginären Stühlen zum Europarekord

Titel Flugzeug

Seit das neue Absetzflugzeug der Breitscheider Skydiver im Einsatz ist, hat es keine einzige Lärmbeschwerde mehr gegeben. Die „Supervan“ ist ein echter Leisetreter. 20 Springer finden in dem Bauch der schnittigen 900 PS starken Cessna 208 Platz. Noch muss der Brummer ob seiner Größe in einem Hangar des Siegerlandflughafens geparkt werden. Aber wenn das neue Sprungzentrum auf der „Hub“ Wirklichkeit geworden ist, findet sich auch auf der Homebase von Skydive Westerwald ein schattiges Plätzchen für den Vogel. Foto: Skydive Westerwald

Noch existiert das neue Sprungzentrum, das die Westerwälder Fallschirmsportler am Rande des Breitscheider Flugplatzes errichten wollen, nur auf dem Papier – und natürlich in den Köpfen der Bauherren in spe. Gut Ding will halt Weile haben. Flächennutzungs- und Bebauungsplan sind erstellt. Jetzt müssen die “Träger öffentlicher Belange” noch ihren Senf dazu geben. Bis alle Stellungnahmen vorliegen, kann auch noch dauern. Die Skydiver gehen davon aus, erst in 2018 mit der praktischen Umsetzung des ehrgeizigen Projektes beginnen zu können. Insofern wird die neue Saison, die, kein Scherz,  am 1. April beginnt, davon noch nicht  beeinflusst.    Weiterlesen →

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13. Februar 2017
von Juergen
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Anschlussheilbehandlung: Der Medicus
praktiziert und operiert wieder in Fulda

klewin-04MedicusMusical

Emergency Room: Not-OP in Isfahan: Ibn Sina (Reinhard Brussmann) weiht seine Studenten in die Geheimnisse der modernen Chirurgie ein. Foto: spotlight

Das war zu erwarten. Der “Medicus” wird auch 2017 in Fulda praktizieren. Immerhin hatte der Arzt  im letztjährigen Musicalsommer einen hundertprozentigen Behandlungserfolg vorzuweisen. Alle 70.000 Patienten konnten als geheilt entlassen werden, viele davon werden aber zwecks einer Anschluss-Therapie erneut in seiner Sprechstunde im hiesigen Schlosstheater vorstellig werden. Die auf dem gleichnamigen Weltbestseller von Noah Gordon basierende Inszenierung schaffte, wovon die Produzenten anderer, mit wesentlich mehr Finanzpower ausgestatteten Stücke allenfalls zu träumen wagen: eine hundertprozentige Auslastung. Was beweist, dass nicht alleine der Etat oder eine hochtourige, superlativistische PR- und Propagandamaschinerie für Erfolg oder Misserfolg ausschlaggebend sind…. Weiterlesen →

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12. Februar 2017
von Juergen
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Auf dem Feuerstuhl bis hoch ans Nordkap
Trolle, Wracks und grandiose Naturpanoramen

klein-Kombi

Auf dem Feuerstuhl in 19 Tagen durch vier skandinavische Länder. Mitglieder des Hirzenhainer Motorradclubs haben die Impressionen der 7.300 Kilometer langen Reise in einer packenden Multimedia-Präsentation zusammengefasst, zu der sie für kommenden Sonntag (19. Februar) ins hiesige Dorfgemeinschaftshaus einladen. Beginn: 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

7.500 Kilometer reißt man nicht mal eben an einem Sonntagnachmittag ab. Etwas mehr Zeit hatten die Mitglieder des Hirzenhainer Motorradclubs für ihre skandinavische Vier-Länder-Tournee schon eingeplant. 19 Tage insgesamt. Final Destination: das Nordkap. Den (fast) nördlichsten Punkt Europas auf dem direkten Wege anzusteuern, wäre langweilig gewesen. Und man hätte unterwegs viel landschaftliches Sightseeing-Potential verschenkt bzw. links liegen lassen müssen. Also musste das Navi diverse Umwege berechnen, solche, die über Stock und Stein, unbefestigte Schotterpisten, durch tiefe Wälder, schier endlose Weiten, grandiose Naturpanoramen und über schwindelerregende Hochstraßen führten. Zumal auch die Kameras mit diversen Impressionen gefüttert werden wollten. Und das läpperte sich zusammen. Viele Tausend Aufnahmen und Videodateien füllten schließlich die  Festplatten-Chips. Aus dieser Fülle haben die Biker eine packende Multimedia-Präsentation generiert, die sie am kommenden Sonntag (19. Februar) der interessierten Öffentlichkeit vorstellen wollen. Titel: „Long Way North“. Schauplatz: Das hiesige Dorfgemeinschaftshaus. Beginn: 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.   Weiterlesen →

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11. Februar 2017
von Juergen
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Immer wenn er Pillen nahm: Anti-Drepressiva
für den Zander, das Klo als Sondermülldeponie

klein-Doc-Medikamente

Mothers’s little Helper: Für jedes Wehwehchen gibt es das passende Gegenmittel. Und die Hersteller liefern sich einen harten Konkurrenzkampf. Gelegentlich entscheidet das Aussehen der Pharmareferentin darüber, welches Medikament der Onkel Doktor verschreibt. Foto: Pixabay

Psychopharmaka gegen Prüfungsangst und/oder Leistungsstress gibt es ja en masse. Solche zur Bekämpfung des inneren Schweinehundes kaum. Gilt auch für Pillen, die bewirken, dass Mathe oder Latein in der Schule interessanter werden oder solche, die Faulheit und Arbeitsunlust beheben bzw. die hässliche Nachbarin in eine Schönheit verwandeln. Aber ansonsten findet sich für wirklich alles ein passendes Mittelchen. 1391 Millionen Arzneipackungen sind allein 2014 über die Theken unserer Apotheken gewandert. Über 47 Milliarden Euro hat die deutsche Pharmaindustrie im vergangenen Jahr umgesetzt.  Der weltweite Umsatz belief sich 2014 auf 936,5 Milliarden Dollar!!! Und  wir alle steuern nach Kräften dazu. Wir werden dadurch zwar nicht unbedingt gesünder, aber darum geht es ja auch nicht. Die Wirksamkeit der entsprechenden Medikamente ist individuell unterschiedlich und auch nicht immer nachweisbar. Da ist stets viel Psychologie mit im Spiel. Man muss in gewisser Hinsicht auch dran glauben. Dann  wird schon alles gut, aber nix besser…. Weiterlesen →

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9. Februar 2017
von Juergen
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Von der Playlist gestrichen: In Limburg
darf der Fuchs die Gans nicht mehr stehlen

Fuxchs Du hast

Kein Karnevalsscherz: Der Kinderlied-Klassiker wird vorerst in Limburg nicht mehr geläutet. Weil er angeblich tierfeindlich ist landete der Evergreen auf den Index.

Alles was recht ist, aber lassen wir die Kathedrale doch im Dorf und die Wildwutz im Wald. Es ist wirklich kein verfrühter Aprilscherz. Aber vielleicht hängt das irgendwie mit Karneval zusammen, der ja in von Katholiken geprägten Regionen besonders intensiv gefeiert wird. Da hat eine Limburgerin tatsächlich durchgesetzt, dass das vermeintlich tierfeindliche “Fuchs, Du hast die Gans gestohlen” von der Playlist des Glockenspiels am hiesigen Rathaus gestrichen wurde. Notabene: Es geht und ging hier nur um die instrumentale Version des volkstümlichen, 1824 von Ernst Anschütz verfassten Kinderliedes. Singen können die Bimmeln ja nicht. Der Text dieses Traditionals dürfte andererseits jedem von klein auf vertraut sein. Dem buschschwänzigen Kidnapper wird darin ultimativ die vom Jäger zu vollstreckende Todesstrafe angedroht, sollte er das geraubte Federvieh nicht umgehend zurück bringen, und zwar unversehrt. Klare Ansage. Und das geht der Frau aus der Hessischen Dom- und Bischofsstadt zu weit.   Weiterlesen →

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7. Februar 2017
von Juergen
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Neue Jagddisziplin: „Tierschutzgerechtes
und sachkundiges Töten“ als Ultima Ratio

Westfalenhallen GmbH / Foto: Anja Cord

Realsatire oder blanker Zynismus? Das Präsidium des Deutschen Jagdverbandes (ganz rechts Präsident Hartwig Fischer) vertritt 382.000 bewaffnete Umwelt- und Tierschützer. Die haben im letzten Jagdjahr über 4,3 Millionen Lebewesen zur Strecke gebracht, darunter auch 610.000 Wildschweine. Vielleicht hätte man für das auf der Messe „Jagd und Hund“ ‘geschossene‘ Erinnerungs-Foto doch einen weniger verfänglichen Hintergrund wählen sollen. Auch das Vordergrundmotiv ist in diesem Kontext ein Fehlgriff. Foto: Westfalenhallen GmbH/Anja Cord

Es herrscht Krieg. Krieg in der Natur. Krieg zwischen Mensch und Tier. Oder besser gesagt zwischen Jägern und Tieren. Wobei wir weit von einer Waffengleichheit entfernt sind. Und in Kriegszeiten, das lehrt die Geschichte, ist die zweibeinige Krone der Schöpfung am kreativsten und einfallsreichsten. Auf vielen Gebieten. Vor allem aber, wenn es darum geht, neue Instrumentarien zur Vernichtung des Feindes zu entwickeln. Das war auch wieder auf der zu Ende gegangenen Martial-Schau “Jagd und Hund” in Dortmund, Europas größter Jagdmesse, zu beobachten. Da präsentierten Hersteller dem freudig-erregten Fachpublikum ihre Innovationen und Neuheiten, die den Grünwamsträgern das Leben erleichtern und dabei helfen sollen, ihren Opfern selbiges noch effizienter zu nehmen.   Weiterlesen →

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