Rotorman's Blog

21. Januar 2017
von Juergen
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Der böse Wolf als Spanner: Nach „Bruno“ und
„Kurti“ geht es jetzt „Pumpak“ an den Kragen

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Wölfe sind auf dem Vormarsch – und geraten, obwohl streng geschützt, zunehmend in die Schusslinie. Deutschlandweit leben inzwischen 46 Wolfsrudel, 5 Paare und vier sesshafte Einzeltiere, verteilt auf sechs Bundesländer. Wobei es in Sachsen und Brandenburg die größten Populationen gibt. Foto: Pixabay

“Bruno” (JJ1) hatte es 2006 bis auf Platz 7 der deutschen Vokabel-Charts geschafft. Als “Problembär” war er damals bei der Wahl zum “Wort des Jahres” bis ins Spitzenfeld vorgestoßen. Schließlich machte aber doch der Begriff “Fanmeile” das Rennen. Jetzt könnte “Pumpak” in die Favoritenrolle schlüpfen, und zwar als “Problemwolf”. Als solcher weiß er schließlich, was er dem Ruf seiner Art schuldig ist. Und die Zahl seiner Fans hält sich in Grenzen. Er frisst sich, was allein schon ungeheuerlich ist, so durch. Welche Probleme der zweijährige Rüde sonst noch bereitet (hat), ist so klar ersichtlich nicht. Aber das Vieh zeigt, was in seiner Vita begründet liegt, wenig Scheu vor Menschen und wird auch hin und wieder innerhalb menschlicher Siedlungen gesichtet. Beispielsweise im sächsischen Rietschen im Landkreis Görlitz. Dort fensterlt das Tier, wie eine hiesige Zeitung empört berichtete, lugt wie ein Spanner frech in die Wohnstuben  hinein und erschreckt die Bewohner. Auch das Rotkäppchen soll er dabei schon mal fast schon zu Tode geängstigt haben. Aber jetzt reicht es. Das Maß ist voll. Das sächsische Umweltministerium hat den aus Polen eingewanderten Isegrim, der als Welpe von Menschen gefüttert wurde und deshalb wenig Scheu vor diesen zeigt, zum Abschuss freigegeben. Wir hatten bei uns im Mittelhessischen auch schon mal so einen Fall. Da hatte der Wolf, weil wir sein Klingeln nicht gehört hatten, ans Wohnzimmerfenster geklopft. Aber wir haben nicht auf ihn geschossen. Wolf hieß unser Nachbar mit Nachnamen….

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20. Januar 2017
von Juergen
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Knuddeln in Jogginghosen und das
numerologische Geheimnis der „21“

Jogginghosentag

Da wackelt Karl Lagerfeld angeekelt mit seinem großen Pferdeschwanz: Am 21. Januar ist Internationaler Jogginghosen-Tag. Für ein Kleidungsstück, in dem so viele Leute auf der Couch lümmeln, Fernsehen glotzen und Chips futtern, hat das Textil schon einen ziemlich ungewöhnlichen Namen.

Vor die Wahl gestellt zu joggen oder zu knuddeln, würde ich mich, klarer Fall, für die zweite Option entscheiden. Wobei das eine das andere ja nicht unbedingt ausschließt. Beides ist am 21. Januar aber ausdrücklich erwünscht. Wobei das mit dem auf den eigenen Beinen Durch-die-Gegend-Keuchen nicht wörtlich genommen werden darf. Es genügt völlig, das entsprechende Outfit zu tragen. Die Frage, welches, erübrigt sich ja wohl: Wir begehen den “Internationalen Tag der Jogginghose”.  Der wird, ausgehend von Österreich, seit 2009 zelebriert. Eine deutlich längere Tradition hat hingegen der “International Hug Day”. Den gibt es schon seit 1986. Das Wort “hugging” kommt aus dem Englischen und bedeutet “umarmen”. Handelte es sich bei diesem Verbrüderungs- und Verschwisterungs-Rundumschlag ursprünglich noch um eine nationale, anfänglich auch nur auf den US-Staat Michigan beschränkte Aktion, wird mittlerweile auch in Kanada, Australien England, Russland, Polen und bei uns in Deutschland an diesem Tag mehr oder weniger geschmust was das Zeug hält. Denn mal los! Auf ein Neues!    Weiterlesen →

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16. Januar 2017
von Juergen
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Ausländerfeinde und Tierhasser schöpfen
aus den gleichen verseuchten Quellen

Not welcome

Für Flüchtlinge, aber auch für Waschbären ist Sachsen ein gefährliches Pflaster. Ausländerfeinde und Tierhasser bilden hier eine unheilige Allianz.

Gibt es, und das ist keine akademische Frage, einen Zusammenhang zwischen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus auf der einen und Tierhass auf der anderen Seite? Abgesehen davon, dass sich in beiden Geisteshaltungen eine hochgradige Form von Schöpfungsverachtung manifestiert, weil gewisse Herrenmenschen in ihnen fremden Zwei- und Vierbeinern minderwertige und ihnen gefährlich werden könnende Kreaturen sehen. Die Antwortet darauf lautet eindeutig „ja!“ Eine diesbezügliche Relation ist nicht nur vorhanden, sondern eigentlich auch nicht zu übersehen. Unkenntnis und irrationale Ängste vor dem Fremden sind die Treibsätze dieser Gesinnungsverwirrung. Wer Menschen schon mit Gewalt und Abscheu begegnet, ist auch gegenüber einem Tier kaum zu Empathie fähig. Man kann das zum Beispiel in Sachsen sehr gut beobachten.   Weiterlesen →

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11. Januar 2017
von Juergen
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Cuisin-esische Abenteuer zwischen
Ruhrpott-Carpaccio und Bouchot-Muscheln

besteck

Das Handwerkszeug des gestandenen Gourmets. Es kann losgehen. Der Maître d’hôtel scharrt schon ungeduldig mit den Hufen, um das Amuse-Gueule servieren zu können. Voilà! Foto: Pixabay

Das muss man sich mal auf der Zunge vorstellen: Da bescheren aufregende, in raffinierte Kostüme gekleidete Aromenakkorde tiefgründige und innovative Einstiegsverführungen von unscheinbarer Großartigkeit. Dass die dem Amuse-Gueule zu Grunde liegenden Gestaltungsprinzipien bei kompromissloser Zurücknahme alles Ornamentalen voller Ironie und Doppelbödigkeit sind, schmeckt der erfahrene Gourmet natürlich auf den ersten Blick.

Die dominant-animalische Note der aus Langostino mit Ibericoschinken und confiertem Schweinebauch komponierten Hors d‘oeuvre wird bewusst in Kauf genommen, da diese spielerisch leicht durch das dynamische Wechselspiel von ölig halbiertem Spargel, frittierten Salbeiblättchen und legiertem rechtsdrehenden und selbstverständlich sautiertem ostwestfälischem Topinambur-Sirup abgerundet werden. In waghalsig  kühnen Linien erfahren diese eine größtmögliche Entfaltung. Aus den Proportionen der Konsistenzen spricht die Kunst der Balance. Wobei die pochierte und von einer ausgeklügelten Vinaigrette flankierte Shizokresse ihre gustatorische Kraft dank des sanft gegarten Schwanzes des Kaisergranats auch aus der mit Boudin nor (Blutpudding) und eisiger Lebercreme gefüllten Zucchiniblüte bezieht. Noch Fragen?   Weiterlesen →

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8. Januar 2017
von Juergen
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CDU- Abgeordnete von allen guten Geistern
verlassen und vom Waschbären gebissen

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MdL Daniela Kuge (CDU) hat Ambitionen, tierschutzpolitische Sprecherin ihrer Fraktion zu werden.

Auf ihrer Webseite wirbt die Frau aktuell mit einer Losung der Herrnhuter Brüdergemeinde: „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“. (Römer 8,14). Vom „Spirit“ des Allmächtigen dürfte die Dame bislang allerdings nichts abbekommen haben. Eher scheint sie von allen guten Geistern verlassen zu sein, einschließlich dem eingangs beschworenen. Würde Fettnäpfchen-König Günther Oettinger eine ihm ebenbürtige Partnerin suchen, seine Parteifreundin Daniela Kuge wäre erste Wahl. Weiß der Himmel, von was die  sächsische CDU-Landtagsabgeordnete da gebissen worden ist, von einem Waschbären aber wohl eher nicht. Einen solchen, oder das, was von diesem übrig geblieben ist, trägt die Blondine stattdessen leger um die schmalen Schultern drapiert und lächelt ob dieser kleidsamen Stola verbissen in die Kamera. Um dann auf ihrem (inzwischen nicht mehr öffentlichen) Facebook-Profil unter dem Foto stolz zu verkünden: „Waschbär erlegt und trägt sich klasse! Euch einen warmen Freitag“! Das dürfte für sie eher ein armer Freitag geworden und gewesen sein.  Weiterlesen →

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7. Januar 2017
von Juergen
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Von journalistischen Sternstunden und
40.000 Unterschriften gegen die Fuchsjagd

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Wem die(journalistische Stern-)Stunde schlägt. Was der Remscheider General-Anzeiger zum Thema beizutragen hatte, war nicht unbedingt Pulitzerpreis-verdächtig. Bei den meisten der auf dem Foto abgebildeten und entspannt daliegenden Füchsen soll es sich auch um Statisten gehandelt haben, die sich nur totgestellt hatten.

Der Protest gegen das geplante Fuchsmassaker im Oberbergischen Land hat inzwischen ein  bundesweites mediales Echo ausgelöst. Heger aus Hückeswagen und Wipperfürth, beschauliche Orte, die man aber nicht unbedingt kennen muss, woll(t)en den Tieren ab heute (Samstag ) wieder massiv ans Leder. Eine ganze Aktionswoche lang soll es diesen Bestien, also den Füchsen, revierübergreifend an den Pelz gehen. Binnen weniger Tage hat eine privat initiierte Online-Petition gegen das Schlachtfest knapp 40.000 Unterstützer gefunden.   Weiterlesen →

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6. Januar 2017
von Juergen
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Reineke-Bashing und Jäger-Blabla: Proteste
gegen Fuchsmassaker im Bergischen Land

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Die bewaffneten „Naturfreunde“ aus Wipperfürth und Hückeswagen im Oberbergischen Kreis wollen den Reinekes in ihrem Revier eine Woche lang noch vehementer als sonst auf den Pelz rücken. Dagegen formiert sich massiver Widerstand.

Die Jungs im Lodenlook haben schon wieder durchgeladen. Um dem Fuchs, ihrem Lieblingsfeind, auf den roten Pelz zu rücken. Für den sie freilich keinerlei Verwendung haben. Ebenso wenig natürlich wie für das Fleisch dieser Bestien. Es geht ganz einfach um den Mord(s)-Spaß. Und der ist ritualisiert und hat Tradition. Da machen die Kameraden im Oberbergischen keine Ausnahme. In Wipperfürth und Hückeswagen ticken die Jäger und Fallensteller auch nicht anders als ihre schießwütigen Brüder und Schwestern in anderen Revieren. Auch hier gehört es seit Urzeiten zum gesellschaftlich akzeptierten guten Ton, den listigen Räubern ab und an mal mit für sie tödlich-finaler Konsequenz zu zeigen, wo der Hammer hängt.   Weiterlesen →

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4. Januar 2017
von Juergen
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Afghanistan oder Kannitverstan? 12.000
Flüchtlinge sollen zurück in den Terror

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Die Bevölkerung zahlt in Afghanistan einen hohen Blutzoll. Seit 2009 starben hier 21.323 unbeteiligte Zivilisten, 37.413 wurden verletzt, bei Anschlägen, oder weil sie zwischen die Fronten rivalisierender Kampfgruppen geraten waren. Nahezu täglich gibt es Terror-Attentate. Trotzdem hält die deutsche Regierung das Land für sicher und will Flüchtlinge zurück in die Todeszone schicken. Foto: Pixabay

Peter Struck – Gott, Allah oder wer auch immer sollen ihn selig haben – ließ Deutschlands Sicherheit 2002 noch am Hindukusch verteidigen. Das ist jetzt fünfzehn Jahre her. Thomas de Maizière, einer seiner späteren Nachfolger im Amt des deutschen Wehrministers, ist da schon ein Stück weiter. Ins Innenressort gewechselt, schützt der CDU-Hardliner seit 2013 wacker und bestimmt die Stabilität und die gesellschaftliche Balance in unserer Republik, und zwar vor allem vor Überfremdung und vor ausländischen Schmarotzern. Insbesondere vor solchen aus Afghanistan, die sich anschicken, uns in grenzenloser, unstillbaren Gier die Fleischtöpfe leer zu futtern.

Als Minister Gnadenlos scheint de Maizière der richtige Mann zu sein, den Flüchtlingszuzug aus dem ebenso Bombenknall-geschüttelten wie korrupten, von Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, China und Pakistan flankierten südasiatischen  Binnenstaat zu stoppen. Um nebenbei gleich auch denjenigen, die es, von dort kommend, bislang bis zu uns geschafft haben, die Hölle heiß zu machen. Aber es gilt vor allem auch jene, die im 5.110 Luftkilometer von Frankfurt entfernten Kabul bereits auf gepackten Koffern oder Plastiktüten sitzen, so einzuschüchtern, dass sie ihre Träume von einem vielleicht etwas sichereren Leben in Westeuropa ebenso beerdigen wie ihre tagtäglich von den Taliban, Warlords, lokalen Wehrsportgruppen, Stammes-Milizen, Al Qaida, dem IS, kriminellen Bürgerwehren oder der eigenen Armee gemeuchelten Angehörigen.   Weiterlesen →

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31. Dezember 2016
von Juergen
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Aus dem Jungfernzwinger zur Auszieh-
Vorstellung in die Tischtanz-Kneipe

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Rudelgucken: Gut besuchte Auszieh-Vorstellung in der Tischtanz-Kneipe statt Stiptease-Show in der Table-Dance-Bar. Die Damen haben übrigens eine „Erlaubigung“ für ihr Gewerbe.

Die Schlagzeile mutiert zur Headline, die Leidenschaft zur Passion und die Verlautbarung zum Statement. Aus dem Verfasser wurde der Autor, aus dem Glaubensbekenntnis das Credo. Oft war es aber auch umgekehrt. Natürlich ist es ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Den hatte, wenn auch in einem anderen Zusammenhang, ja schon der olle Don Quichotte krachend verloren. Der Versuch, die deutsche Sprache von ausländischen Einflüssen frei zu halten oder zu bereinigen, ist aussichtslos, mitunter auch müßig. Heuer, in unserem globalisierten Zeitalter, noch mehr als im 16. Jahrhundert, als die ersten Sprachgesellschaften dieses Ziel auf ihre Agenda, pardon, Tagesordnung setzten. Aber schon Goethe hatte erkannt: “Die Gewalt einer Sprache ist nicht, dass sie das Fremde abweist, sondern dass sie es verschlingt“.

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