Rotorman's Blog

30. Januar 2018
von Juergen
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Auf Propaganda-Tour durch Schulen und
Kindergärten: Jägerlatein als Unterrichtsfach

Mobil

„Bildungsinitiative“: Etwa 200 rollende Waldschulen haben die deutschen Jäger bundesweit im Einsatz bestückt mit „pädagogisch besonders geschultem Personal“. Dem obliegt es, schon die Kleinsten mit dem Wesen der Jagd vertraut zu machen – freilich auf Umwegen. Vordergründig geht es um Natur- und Tierschutz. Deshalb sind, anders als auf diesem Bild, die Motive im alltäglichen Missionseinsatz auch weniger realitätsnah.

Von Jürgen Heimann

Als die Tierrechtsorganisation PETA im Herbst vergangenen Jahres als Unterrichtsmaterial konzipierte Flyer an Schulen in Schleswig-Holstein verschickt hatte, in denen es um die Themen Tierrechte, Schöpfungsverantwortung,  Umweltbildung und vegane Ernährung ging, war der Aufschrei der Empörung groß. Von einseitiger Indoktrination und ideologischer Beeinflussung war die Rede. Kultusministerium und Schulaufsichtsbehörden stellten sich quer, signalisierten Ablehnung oder äußerten zumindest stärkste Bedenken. Da mochte es anschließend kein Pauker wagen, sich noch entsprechend aus dem Fenster zu lehnen und die aufgeworfenen Fragen zu behandeln. Jäger (und Angler) hingegen dürfen seit Jahren unbehelligt und mit ausdrücklichem Segen von oben in unseren Bildungseinrichtungen missionieren und bereits die Kleinsten auf ihr blutiges Freizeitvergnügen einschwören. Daran nimmt kaum jemand Anstoß.   Weiterlesen →

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29. Januar 2018
von Juergen
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Deutschlands Superstar: Von Diddää Bohlen,
Einzellern und dem Schwarzen Schnurfüßer

Grasfrosch

Guggst Du! Der Grasfrosch ist der „Lurch der Jahres 2018“. Die Kerlchen, auch „Tau- oder Märzfrosch“ genannt, werden bis zu 11 Zentimeter lang Zigtausende von hnen kommen jährlich auf der Wanderung zu ihren Laichgewässern unter die Räder. Foto: Pixabay

Von Jürgen Heimann

Hat diesmal etwas gedauert, weil einige der Juroren nicht zu Potte kamen oder sich nicht entscheiden konnten. War wohl ‘ne schwierige Geburt. Aber inzwischen steht die Hitliste. Jene mit Tieren, Pflanzen, Bäumen, Blumen und Lebensräumen, die besonders interessant, schützenswert oder für das biologische Gleichgewicht wichtig sind. Nominiert werden die Kandidaten jährlich von zahlreichen Verbänden, Organisationen und Forschungsgruppen, die sich im weitesten Sinne mit Natur-, Landschafts- und Artenschutz befassen. Das führt dann zur Kür der Mikrobe, der Alge oder der Heilpflanze des Jahres. Oder der einer besonderen Gemüse- bzw. Apfelsorte, eines Insektes oder eines außergewöhnlichen Falters…. Weiterlesen →

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26. Januar 2018
von Juergen
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Mindesthaltbarkeitsdatum: Woher weiß der
Joghurt, wann er ungenießbar zu werden hat?

Haltbarkeit

In der Regel legen die Hersteller das Mindesthaltbarkeitsdatum auf ihren Produkten selbst fest. Darüber hinaus ist meist noch sehr viel Luft nach oben, bevor die Ware wirklich schlecht bzw. ungenießbar wird.

Von Jürgen Heimann

Mit dem auf den Lebensmittelverpackungen aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist das auch so eine Sache. Woher weiß der Joghurt, wann er schlecht zu werden hat? Oder die Milch? Meistens halten sich beide sowieso nicht daran. Aber egal: Ist die Deadline überschritten, wird das Zeugs vorsichtshalber in den Eimer gekloppt  – auch wenn es in Wahrheit seine besten Tage noch längst nicht hinter sich hat. Auf diese Weise landen jährlich europaweit 89 Millionen Tonnen an unverdorbenen und noch genießbaren Lebensmitteln auf der Müllkippe. Wozu die verschwenderischen deutschen Verbraucher elf Millionen Tonnen beisteuern. Jeder Bundesbürger kippt auf diese Weise pro Jahr zwei prall gefüllte Einkaufswagen mit einem Warenwert von 235 Euro in den Müll. Wir ham’s ja. Weltweit schätzt die Ernährungsorganisation FAO den so zustande kommenden Abfallberg auf 1,3 Milliarden Tonnen per anno.   Weiterlesen →

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23. Januar 2018
von Juergen
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Da ist der Wurm drin! Von schleimigen
Kriechern und gefräßigen Kraftmeiern

1-Wurm

Lichtscheue Schleimer. Würmer sind blind und gefräßig. In Deutschland gibt es 46 verschiedene Arten. 65 Prozent davon gelten inzwischen als „selten“ bis „extrem selten“. Foto: Pixabay

Von Jürgen Heimann

Es gab mal eine (nicht besonders geistreiche) Horrorkomödie, “Tremors”. Die spielte im Land der Raketenwürmer. Das lag in Nevada. Die Namensgeber inszenierten sich als ganz fiese, blutgierige Kreaturen und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Das taten sie dann nach dem 1990 auf die Leinwand gekommenen Erstling in vier weiteren cineastischen Aufgüssen. Unglaublich schnell waren die Viecher. Rasten mit einem Affenzahn unterhalb der Grasnarbe durchs Erdreich, um die darüber hausenden Zweibeiner zu dezimieren. Mit ihren real existierenden Vettern, den Regenwürmern, hatten diese Bestien bis auf ihre Gefräßigkeit wenig gemein. Ganz davon abgesehen, dass erstere auch etwas kleiner sind, als Vegetarier gelten und gerade mal fünf Meter pro Stunde zurücklegen können. Und das auch nur mit zugeschaltetem Nachbrenner. Friedfertig sind die Schleimer obendrein – und nützlich. Trotzdem ist der Mensch dabei, ihnen den Garaus zu machen. Nicht unbedingt gezielt, eher durch Gedankenlosigkeit. Was aber in finaler Konsequenz aufs Gleiche hinaus läuft.   Weiterlesen →

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18. Januar 2018
von Juergen
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Wo Wingsuiter zur Schule gehen: Die “Birdmen”
trainieren auf dem Westerwald den Vogelflug

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Kein Extraterrestrier: Bei “High Altitude”-Sprüngen sind die Skydiver während Aufstieg und Fall auf eine künstliche Sauerstoffversorgung angewiesen. Da wird die Luft dünn. Sein spezieller Flügelanzug trug den Breitscheider Ralph Grimm nach dem Exit in 9.000 Metern Höhe 16 Kilometer weit und ermöglichte eine Freifallzeit von sieben Minuten. Foto: Skydive Westerwald

Von Jürgen Heimann

Sie schlagen jetzt nicht mit den Flügeln wie ihre meist etwas kleineren Kollegen von der ornithologischen Fakultät, von denen die “Birdmen” ihren Spitznamen ableiten. Ein Federkleid haben sie auch nicht und können in der Regel auch nicht so gut singen. Aber im Großen und Ganzen ähnelt der (Gleit-)Flug dieser exotischen Himmelserscheinungen schon dem eines Vogels. Gebräuchlich ist auch die Bezeichnung “Kittelflieger”, was nicht despektierlich gemeint ist. Bei der Wahl der Garderobe, die es weder bei C&A noch bei H&M von der Stange gibt, verzichten diese Damen und Herren beim Design zu Gunsten von Funktionalität und Aerodynamik auf jedweden modischen Firlefanz. Was ihnen mitunter das Aussehen von Fledermäusen verleiht. Die können ja auch nicht trällern und wirken am Boden etwas unbeholfen. Gehen aber, einmal in der Luft, ab wie die Raketen. Reden wir also mal über das außergewöhnliche Völkchen der “Wingsuiter”.   Weiterlesen →

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16. Januar 2018
von Juergen
8 Kommentare

Sinnlose Massaker: Jäger blasen wieder
republikweit zum Großangriff auf Füchse

Terror

Das bundesweit agierende „Aktionsbündnis Fuchs“ setzt sich für ein generelles Jagdverbot auf Wildhunde ein – und hat gute Argumente dafür. Dass ein solches möglich ist, zeigt das Beispiel Luxemburg. Dort sind Zivilisation und Natur auch nicht untergegangen, seitdem die Reinekes unter Schutz stehen.

Von Jürgen Heimann

Lassen wir Google mal nach dem Stichwort “Fuchswochen” suchen.  Das Resultat: 7.720 Treffer in 0,25 Sekunden. Das ist wenig im Vergleich zum Suchbegriff “GroKo”: 3.350.000 Anzeigen. Das Interesse am krampfhaften Bemühen der großen Verliererparteien um eine Fortsetzung ihres visionären Regierungsbündnisses ist doch ein klein wenig größer. Da interessiert das, was (alle Jahre wieder) den Reinekes in diesen Tagen widerfährt, kaum einen. Und doch sagt das mehr über den Zustand gewisser Teile unserer Gesellschaft aus als der unsägliche Politpoker um Macht, Einfluss und Pfründe in Berlin. Den Wildhunden im Rahmen konzertierter Aktionen auf den Pelz zu rücken und das Lebenslicht auszublasen, hat in unserem Land Tradition und gehört zur jagdlichen Folklore dazu wie das Hornblasen und der Schnaps davor, zwischendurch und danach. Der grenzwertige “Spaß” ist zu einer beliebten, blutigen Freizeitgaudi ausgeartet. Wer die meisten Buschschwänzigen umnietet, ist Schützenkönig. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass hier keine hölzernen Adler, sondern lebende Wesen ins Visier genommen werden – und fallen.   Weiterlesen →

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12. Januar 2018
von Juergen
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Die steilen Zähne müssen nachsitzen
Vampire tanzen bis Ende September in Köln

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Noch haben von Krolock und Co. In Köln gar nicht zugebissen, da sind schon alle Karten für den transsilvanischen Volkstanz im Musical Dome verkauft. Doch es gibt neue Blutspende-Termine. Die Laufzeit von „Tanz der Vampire“ wurde vorsorglich bis Ende September verlängert. Den Fürst der Finsternis gibt am Rheinufer David Arnsperger. Foto: Patrick Fouad

Von Jürgen Heimann

Die steilen Zähne haben noch gar noch gar nicht mit ihrem Tanz begonnen – und schon müssen sie nachsitzen.  Die Ticket-Nachfrage nach dem Tournee-Gastspiel der Vampire im Kölner Musical Dome ist derart immens, dass sich die Produzenten zu einer dreimonatigen Nachspielzeit entschlossen haben. Ursprünglich hatten Graf von Krolock und die Seinen am hiesigen Rheinufer von Mitte Februar bis Ende Juni ihren Blutdurst stillen sollen. Jetzt dürfen sie es  bis zum 29. September tun. Dann ist aber definitiv  Schicht im transsilvanischen Schacht. Der Musentempel mit dem blauen Dach wird in Folge ab 2. Oktober die Rhythmus-Performance Show „Stomp“ und danach vom 10. Oktober bis 18. November das Abba-Musical „Mamma Mia“ beherbergen. Deshalb ist eine nochmalige und über diesen Termin hinaus gehende TdV-Verlängerung nicht möglich. Weiterlesen →

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10. Januar 2018
von Juergen
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Von Ferkelkastrationen, Schwanzprämien
und anderen Sauereien in der Schweinemast

Kranke und verletzte Tiere in einer Schweinemast in Niedersachsen.

Das Kupieren von Schwänzen soll angeblich verhindern, dass sich die Wutzen in der industriellen Schweinemast gegenseitig anknabbern und verletzten. Doch die oft unsäglichen Haltungsbedingungen fördern nicht nur den Kannibalismus. Kranke Tiere werden sich selbst überlassen, stehen bzw. liegen wochenlang im eigenen Kot und krepieren jämmerlich. Foto: Peta Deutschland

Von Jürgen Heimann

Reden wir mal über Schwänze. Also jetzt nicht über die Bommelmaxen, Druckschläuche und Genitalhydranten in den Hosen Testosteron gesteuerter Maskulin-Boliden, sondern die gekringelten und werksseitig am Heck unserer Wutzen angebrachten Anhängsel, mit denen die so lustig wackeln können. So selbige, also die Schwänzchen, denn noch vorhanden sind. Meistens sind sie es aber nicht (mehr). Wie auch immer, es läuft so oder so auf handgemachte Schweinereien hinaus. Weiterlesen →

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9. Januar 2018
von Juergen
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Hochzeitstage: Von Drachen, Hausbesen und
Junggesellen, denen zum Glück die Frau fehlt

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Zu spät. Hätte er sich früher überlegen sollen. Deshalb: kein Mitleid.

Von Jürgen Heimann

Neulich kam Post von Benard und Bianca. Die heißen wirklich so. Eine  Einladung.  Zur “Ledernen Hochzeit”. Hallo? Gut, die beiden sind vergnügungssüchtig und noch nie einer Party aus dem Weg gegangen. Einen Grund zum Feiern finden die immer. Trotzdem: Keine Ahnung, was das nun wieder sollte, geschweige denn, welcher Anlass dieser Invitation zu Grunde lag. Leder? Könnte sich auf Biancas Steckdosenbräune beziehen. Nach unzähligen exzessiven Therapiesitzungen im Solarium ihres Vertrauens ähnelt ihr Teint dem einer gegerbten Tierhaut. Der Lederanteil des  Gesichts übersteigt mittlerweile den der Restgarderobe. Mit Damenbart könnte es die Frau locker zum neuen Maskottchen der deutschen Pelzwirtschaft bringen. Aber die Jungs von “Gockel”, nie um eine Auskunft verlegen, wussten auch hier Rat. O.K. Cortana. Sag’ mal an: Was hat es mit diesem ominösen lederartigen Wedding-Day auf sich? 82.700 Treffer in 0,37 Sekunden. Das ominöse Fest wird, so die übereinstimmende Auskunft, zwei, mancherorts auch drei Jahre nach der Eheschließung begangen. Alles klar? Mmmpf…. Weiterlesen →

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27. Dezember 2017
von Juergen
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Tasmanien blättert für die Vernichtung von
50 Füchsen 47 Millionen Dollar auf den Tisch

Flagge

Die Jagd auf ein Phantom. Niemand hat bisher in Tasmanien einen lebenden Fuchs zu Gesicht bekommen. Dennoch gilt er als Risikofaktor. Weil er als Nahrungskonkurrent für die geschwächte Teufelspopulation auftreten könnte.

Von Jürgen Heimann

In anderen entfernten Winkeln dieser Erde hat es der Reineke auch nicht gerade leicht. Wo immer man auch hinschaut: Füchse sind nirgends wohl gelitten. Das gilt, von der rühmlichen Ausnahme Luxemburg, wo ein  ganzjähriges Jagdverbot herrscht, mal abgesehen, für ganz Europa. Und nicht nur da. Kleine Spritztour ans Ende der Welt. Landeerlaubnis auf dem International Airport von Hobart erteilt. Das ist die Hauptstadt Tasmaniens. Die Behörden des zu Australien gehörenden Inselstaates, auf dessen Boden unsereins wohl zeitlebens keinen Fuß setzen dürfte, toppen bei der Jagd auf den rotrockigen Räuber alles. Umgerechnet 36,7 Millionen US-Dollar soll die Regional-Regierung seit 2006  in die Ausrottung dieser Tiere investiert haben. Andere Quellen beziffern die Kosten der Kampagne auf 47 Millionen. Dagegen sind die zwei Millionen Euro Kopfgeld, die das von der Fläche her halb so große Mecklenburg-Vorpommern unlängst für die Erlegung von Wildschwein-Frischlingen und nicht-führenden Bachen ausgelobt hat, Peanuts.   Weiterlesen →

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