Rotorman's Blog

Entfesselte Tierhasser schlachteten
Waschbärenmütter auf bestialische Weise

X Waschbärin-1-kleinEin beispielloser Akt von unfassbarer Brutalität. Auf einem privaten Grundstück in einem Ortsteil von Lauterbach im Hessischen Vogelsbergkreis sind in der Nacht zum Ostersamstag zwei Waschbärinnen geschlachtet worden. Vorher mussten die Opfer ein entsetzliches Martyrium durchleiden. Die Muttertiere, vermutlich auf der Suche nach Essbarem, hatten gegen ihre Verfolger keine Chance. Die Jungen eines der Opfer haben es auch nicht. Sie, in irgendeiner Höhle einer der zahlreichen hier stehenden Bäume verborgen, dürften nach spätestens drei Tagen jämmerlich verhungert sein. (Und es gibt leider Menschen, viele Menschen, die das begrüßen.) Im zweiten Fall gelang es Tierfreunden, das Nest ausfindig zu machen. Die fünf wenige Tage alten Tierbabys fanden bei dem Besitzer des Grundstücks Aufnahme und werden zunächst mit Hilfe einer Spritze und dann mit der Flasche aufgezogen. Wenn alles gut geht, überleben die Waisen. Doch ihr Schicksal ist ungewiss. Später einmal in die Freiheit entlassen, könnte ihnen ähnliches drohen wie ihrer leiblichen Mutter.

In vielen ländlichen Kreisen, aber nicht nur dort, gibt es offenbar mehr als genug Gestörte, bei denen die Propaganda-Salven, denen zufolge Waschbären ausgerottet oder zumindest massiv  und exzessiv verfolgt gehören, weil sie bei uns Fremdlinge seien und die Artenvielfalt der Natur bedrohten, Wirkung zeigen. Hier fällt die von irrationalen Urängsten gespeiste Saat des Hasses  gegen diese Wesen fruchtbar-mörderischen Boden.

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Halali! Wenigstens ließen die Häscher den Kadaver unversehrt. Zurück blieben fünf halbverhungerte Junge. Foto: Privat

Die Eigentümer des weitläufigen Lauterbacher Anwesens, zu dem auch ein Teich gehört, dulden die Anwesenheit der schwarz-weißen Kleinbären seit Jahren nicht nur, sondern freuen sich auch über ihre regelmäßigen Besuche. Und vor allem auch darüber, dass sie sich hier so wohl und sicher fühlen, um ihre Jungen zur Welt zu bringen und aufzuziehen. Die horrenden Bilder, die sich dem tierliebenden Ehepaar am letzten Samstag und dann am Ostersonntagmorgen boten, haben ein Weltbild zerstört. An das Gute in allen Menschen mag man nicht mehr so recht glauben.

Erschlagen, ausgeweidet, in Streifen geschnitten

X Waschbärin-1a Verwunderte Pfoten-klein

Bei ihren verzweifelten Versuchen, sich aus der Gitterfalle zu befreien, zog sich diese Bärin tiefe Wunden an den Pfoten zu. Sie wurde anschließend mit einer Latte, in der ein rostiger Nagel steckte, erschlagen. Foto: Privat

Aufgrund der Spuren lässt sich folgendes rekonstruieren: Die Waschbären wurden zunächst mit und in sogenannten Gitterfallen festgesetzt, wie aus den Verletzungen, die ihre Kadaver aufwiesen, zu ersehen war. Eines der Tiere hatte sich bei panisch-verzweifelten Ausbruchsversuchen tiefe Wunden an den Vorderpfoten zugezogen. Es wurde in Folge von seinen Peinigern mit einem Knüppel erschlagen, mit einem Messer ausgeweidet und förmlich in Streifen geschnitten. Ein großer Teil des Körpers fehlt. Nicht ausgeschlossen, dass das Fleisch im Bräter landet. So etwas soll es ja auch geben. Waschbärensteak ist, entsprechend gewürzt und zubereitet, für manche Menschen tatsächlich eine Delikatesse. Aber bei der Vorstellung allein dreht sich normalen tickenden und empfindenden Menschen der Magen um.

Fünf  halb verhungerte Tierbabys

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Waisenkinder: Die Mutter wurde brutal erschlagen. Foto: Privat

Das zweite Opfer hatte seinen Häschern offenbar zunächst entkommen können und war unter einen Baum geflüchtet, wo es dann aber von seinen Verfolgern mittels einer Latte, in deren vorderem Teil ein langer, rostiger  Nagel steckte, brutal erschlagen wurde. Aber das Tier hatte auch in Todesgefahr seine Mutterinstinkte nicht unterdrücken können und sich vor der finalen Attacke der Verfolger vermutlich deshalb an diese Stelle geschleppt, um seine Jungen, die es unweit davon zurückgelassen hatte, zu schützen bzw. zu verteidigen. Die fünf Waschbärenbabys fanden die Grundstückseigentümer unweit der Stelle  halb verhungert in einer Baumhöhle.
Der Grundstücksbesitzer hat inzwischen Strafanzeige wegen Tierquälerei und Hausfriedensbruch erstattet. Ein Ortstermin durch die Polizei ist bereits erfolgt,  Ermittlungen sind eingeleitet worden. Auch die Untere Jagdbehörde wurde informiert. Waschbären gelten vielen zwar als lästiges, schädliches Kroppzeugs, aber wer sie während der Aufzucht ihrer Jungen bejagt oder tötet, begeht eine Straftat!
Nicht ganz ausgeschlossen, dass es sich um einen bzw. mehrere Wiederholungstäter gehandelt hat. Bereits in der Vergangenheit waren hier immer mal wieder Exemplare dieser schwarz-weißen „Balus“ mit der lustigen Gesichtsmaske auf „mysteriöse Weise“ verschwunden, was man sich zunächst mit einer natürlichen „Wegwanderung“, einem Wechsel der Tiere in ein anderes Revier, erklärt hatte. Doch nach dem jüngsten Vorfall scheint diese These wacklig.

Gräueltat als Ultima Ratio gegen eine inszenierte Gefahr

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Ein mühsames Geschäft: Die wenige Tage alte Jungen werden mit Hilfe einer Einwegspritze ernährt. Später tut s auch ein Fläschchen. Die Waschbärenbabys sind nur wenige Zentimeter groß und völlig hilflos. Foto: Privat

Möglicherweise waren es einfältige Psychopathen, die der Mär vom Terror-Bären nur zu gerne Glauben schenken möchten, um ihren Trieb, zu töten,  auszuleben. Bestien auf zwei Beinen, die sich als Krone der Schöpfung wähnen, als Herren (oder Damen?), die sich Kraft ihrer exponierten Stellung auf diesem Planeten zu entscheiden anmaßen, welche Tiere leben dürfen und welche eben nicht. Die genau wissen, welches Leben schützenswert, und welches eben unnütz und schädlich ist. Sie sehen in solchen Taten die Ultima Ratio, ohne vielleicht aufgrund ihrer beschränkten intellektuellen Kapazitäten zu wissen, was genau das heißt und ist. Aber sie spüren es instinktiv. Dennoch. Leute, die imstande sind, so etwas zu tun, sind zwar verroht, müssen aber nicht zwangsläufig dumm sein. Möglicherweise haben sie auch nur etwas Pech bei Denken, werden von der Intelligenz verfolgt, sind jedoch schneller.

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Paradies: In einem Ortsteil von Herbstein im Vogelsbergkreis bietet ein engagierter Tierfreund Waschbären ein artgerechtes Zuhause. Nicht alle Mitbürger sehen das gerne. Foto: Privat

Den ideologischen Unterbau für derartige Scheußlichkeiten können dafür affine Zeitgenossen täglich aus den Zeitungen und dem Internet saugen. Headlines wie die vom „Killerwaschbär“, der sogar Jagdhunde meuchelt, vom Artenvernichter oder brandgefährlichen Plagegeist rascheln nahezu ständig und in jüngster Zeit wieder verstärkt durch den gedruckten und digitalen Blätterwald. Und solches Gedankengut findet sich auch vielen Internet-Portalen  und digitalen Bürgerzeitungen – in Gestalt dümmlicher Kommentare und Thesen, die die zwingende Notwendigkeit, den Waschbären nachstellen und eliminieren zu müssen, auf abenteuerliche Weise belegen und begründen sollen. Und einige von ihnen  werden jetzt sogar applaudieren – offen oder insgeheim.
Teils sind das nur Phrasen und Plattitüden, nachgeplappert, angelesen, nur allzu gerne, aber ungeprüft geglaubt. Macht aber nix. Irgendetwas wird schon hängenbleiben. Tut es auch. Auch eine Form von geistiger Brandstiftung. Jetzt haben es einige Widerlinge es nicht bei hohlen Sprüchen belassen, sondern sind zur Tat geschritten. Möglicherweise auch nicht zum ersten und zum letzten Mal.

Dieser besonders krasse und widerliche Fall von Tierquälerei  hat ein bundesweites  Medienecho ausgelöst. Auch das Hessenfernsehen hat in seiner Sendung „Maintower“ am 1o. April darüber berichtet:  http://www.youtube.com/watch?v=SmwB0YvYtbI&feature=youtu.be

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