Rotorman's Blog

Kalte Dusche für das neue Pferd
im Stall der Breitscheider Luftikusse

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1-Neues Flugzeug

Zuhause: Die Neuerwerbung der Breitscheider Luftsportler könnte als Rassepferdchen durchgehen, ist jedoch ein Pony. Sieht aus wie ein „richtiges“ Flugzeug, kommt aber als „Ultraleicht“ daher. Mit dem Kauf der schnittigen Vielzweckwaffe haben sich die Westerwälder Piloten einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Foto: LSG

Die Breitscheider Luftsportler haben aufgerüstet und ihren “Fuhrpark” erweitert. Man gönnt sich ja sonst nix! Die aktuelle Saison ist zwar fast gelaufen und endet zum 1. November, doch das nächste Frühjahr kommt bestimmt. Und dann kann das neue Pferdchen im Stall der LSG – eigentlich ist es ja eher ein Pony – seine Stärken voll ausspielen. Dabei handelt es sich um eine zweisitzige WT9 “Dynamic” aus dem Hause Aerospool. Interieur und Exterieur lassen, um im hippologischen Idiom zu verbleiben, kaum Wünsche offen. Da wären beispielsweise Rasse, Klasse, Temperament, Ausdauer und Gutmütigkeit zu erwähnen….

Der Slowakei-Import sieht zwar aus wie ein “richtiges” Flugzeug, ist aber im Grunde seines Herzens und von Hause aus “nur” ein “Ultraleicht”. Entsprechend wenig Masse bringt die schnittige Maschine auch auf die Waage. Sie wiegt leer (ohne Besatzung) gerade mal 279 Kilo. Ein echtes Fliegengewicht, das andererseits aber durch beachtliche Leistungsparameter und hervorragende aerodynamische Eigenschaften besticht.

 Genügsam, leicht und schnell

Was die Kaufentscheidung von Motorflugreferent Thomas Gerke und seinen Mitstreitern wesentlich beeinflusst hat: Der weiß-blaue Vogel kommt als Sparfuchs daher. Unterhaltung und Spritverbrauch betragen nur einen Bruchteil dessen, was herkömmliche Sportflugzeuge beanspruchen, sodass sich die nicht gerade niedrigen Anschaffungskosten in einem überschaubaren Zeitraum amortisieren dürften.

Immer mehr Flugsportvereine setzen, weil zunehmend unter Kostendruck geratend, auf solche genügsamen, wartungsfreundlichen und zudem leisen Leichtgewichte. Die rasante technische Entwicklung hat die UL’s längst erwachsen werden lassen und aus der mitleidig belächelten Spielzeug-Ecke der Luftfahrt herausgeholt. Sie brauchen Vergleiche mit ihren größeren Brüdern und Schwestern nicht mehr zu scheuen, gewinnen zunehmend Marktanteile und werden auch gehobenen Ansprüchen passionierter Piloten vollauf gerecht.

 Einsatz als Reise- und Schleppflugzeug

Der 115 PS starke Rotax-Motor mit Turbolader scheucht den Flitzer bis auf Tempo 270. Die Power unter der Cowling reicht locker aus, um auch als Schleppflugzeug reüssieren zu können. Als solches wird die D-MPTY, so das amtliche Kennzeichen, natürlich auch überwiegend eingesetzt werden. Was vor allem die Segelflieger-Fraktion des Vereins freuen dürfte, die somit ein Stück Unabhängigkeit gewinnt und bei Starts nicht mehr nur auf die gute alte Seilwinde angewiesen ist. Nebenbei eilt, nomen est omen, der „Dynamic“ auch der Ruf als sportliches und schnelles Reiseflugzeug voraus. Somit wird sie als universell einsetzbare „Vielzweckwaffe“ den Erwartungen aller aktiven LSG-Luftikusse gerecht werden.

 Wasser marsch! Nasser Willkommensgruß

Neues Flugzeug-2

Wasser marsch! Zur Begrüßung eine kalte Dusche von der Flugplatzfeuerwehr. Diesmal nur H2O. Der Sekt wird gekühlt, wenn die offizielle Flugzeugtaufe ansteht. Foto: LSG

Zur Begrüßung gab es erst einmal eine kalte Dusche. Die Flugplatz-Feuerwehr „spuckte“ aus vollem Rohr. Dabei war der frisch ausgelieferte „Feger“ eigentlich noch blitzeblank sauber. Aber etwas symbolische Tradition muss sein. Diesmal war es nur Wasser, der Sekt kommt noch. Die offizielle Taufe soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

 Unterwegs mit und ohne Motorkraft

Mit dem Kauf des Brummers erhöht sich der vereinseigene Flottenbestand auf neun Flugzeuge – fünf Hochleistungssegler und vier motorbetriebene Luftfahrtgeräte. Was aber nur die Spitze des Eisbergs ist. In den Hangars am Platz parken Dutzende weitere privat bzw. in Haltergemeinschaft betriebene Flugzeuge. Moderne High-Tech-Boliden ebenso wie Oldies, Unikate und rare Exponate aus den Jugendjahren der Fliegerei.

 Beliebtes Ziel für Piloten aus dem In- und Ausland

Der Verkehrslandeplatz auf der „Hub“ steht ob seiner professionellen Bewirtschaftung und Infrastruktur, zu der auch eine Werft mit angegliederter Flugschule, ein international frequentiertes Sprungzentrum für Skydiver und ein Flughafen-Restaurant gehören, bei Piloten aus dem In- und Ausland hoch im Kurs. Ein erheblicher Teil der registrierten Flugbewegungen – im Mittel sind es rund 10.000 pro Jahr – geht auf das Konto von auswärts kommender Gäste. Was die überregionale Bedeutung des Airports, der nebenbei, weil ein beliebtes Ausflugsziel, auch als touristischer Frequenzbringer gilt, unterstreicht. (jh)

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