Rotorman's Blog

Von arbeitslosen Osterhasen und
rücksichtslosen Wochenend-Gästen

Dem Osterhasen (rechts) und seinem Hiwi ist es langweilig. Die Eiernachfrage ist zusammengebrochen. Foto: Klaus-Peter Jung

Von Jürgen Heimann

Viele Grüße vom Osterhasen und seinem Assistenten. Den HiWi hat er zeitlich befristet auch nur als Mini-Jobber eingestellt. Deswegen lässt der auch die Ohren so hängen. Aber viel zu tun gibt es für die beiden in diesen Tagen sowieso nicht. Wegen Kontaktsperre und so. Das hängt mit diesem Carina-Virus zusammen, oder wie das Sch…-Zeugs heißt. Der Eierabsatz ist zusammengebrochen. Die Leute schaukeln sich die eigenen und verkriechen sich in ihren Häusern.

Ist ja eigentlich auch vernünftig so. Wie sagt man doch gleich? Vorsicht ist die Mutter der Bierkiste, oder so ähnlich. Aber diese Einstellung haben noch nicht alle verinnerlicht.  Die Wochenendhäuser in der Nähe sind voll belegt. Mit Osterurlaubern aus Ingolstadt (!!!), Frankfurt und Bad Homburg. Eigentlich ein Unding! Die Touris  haben doch einen an der Backe. Wir hier machen hier einen auf Einsiedler und halten uns an die Vorgaben, und die stampfen mit Kind und Kegel durch die Pampa und verpesten hustend die Luft.

Besuch von der Trachtengruppe. Die Polilei war auch schon da

Osterurlauber aus Ingolstadt. Muss das in diesen Tagen sein?

Gestern war deshalb auch die Trachtengruppe vor Ort. Keine Ahnung, was die Streifenwagenbesatzung denen erzählt und ins Poesiealbum geschrieben hat. Muss die aber nicht sonderlich beeindruckt haben. Die sind nämlich immer noch da. Ich nenne das mal verantwortungs- und rücksichtslos! Und wenn man mich fragt, was aber keiner tut, ein klarer Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz. Habe ja Verständnis dafür, wenn der ein oder andere Großstädter mal raus aus seiner tristen Umgebung will, um klare Provinz- Landluft zu schnuppern. Aber bitte doch nicht in diesen Tagen! Und dann auch noch aus Ingolstadt. Südpreußen, also Bajuwar-Country, zählt ja zu den Covid-19-Hochburgen. Da muss man den als Giveaway getarnten Erreger doch nicht auch noch zu uns exportieren.

Angie, unsere Rauten-Kanzlerine, hat ihr Volk ja ausdrücklich aufgefordert, über Ostern in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Ob dazu auch Zweit- und Ferienwohnung zählen, ist so offensichtlich wohl doch nicht.  Grundsätzlich heißt es ja, dass Übernachtungsmöglichkeiten nur noch zu “notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken” genutzt werden sollen. Ob dazu jetzt auch die Datscha der Großeltern gehört,  in der sich die Enkel eingenistet haben?

Definitiv: You’re  not welcome!

Wochenendgäste aus dem Rhein-Main-Gebiet. Entspannte Tage in Opas Datscha. Angesichts von Covid-19 ist so ein Verhalten rücksichts- und verantwortungslos!

Auf jeden Fall hat die Gemeinde Krummhörn in Ostfriesland ein Ehepaar aus Rheinland-Pfalz ultimativ aufgefordert, die Platte zu putzen und abzureisen. Und bekam vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg Recht. In Brandenburg wiederum sprach das Potsdamer Verwaltungsgericht zwei Berliner Klägern das Recht zu, ihre Zweitwohnsitze in Ostprignitz-Ruppin aufzusuchen – trotz eines von der dortigen Gemeinde verhängten Einreiseverbots. Jede Kommune entscheidet das wohl individuell. Muss ich mal den Götz fragen, wie dass bei uns in Eschenburg gehandhabt wird.

Bis das abschließend geklärt ist, halten wir Besucher von auswärts ein freundliches, aber entschiedenes „You’re not welcome“ entgegen.

Eine gute Tarnung ist auch für Osterhasen die halbe Miete. Foto: Klaus-Peter Jung

 

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