Rotorman's Blog

Der Blauwal hat den Längsten und
die Stabheuschrecke kann am längsten

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Das ham‘ wer gern: Pennt den ganzen Tag, schickt seine Alte anschaffen und hängt dann abends den Omnipotenten raus. Löwen können sich bis zu 40mal hintereinander paaren. Foto: Pixabay

Von Jürgen Heimann

Viele Vertreter aus dem Tierreich sind dem Homo Sapiens in Sachen Sex haushoch überlegen und lassen ihn ganz schön alt aussehen. Nehmen wir die Stabheuschrecken. Die rammeln zehn Wochen am Stück!  Ohne Viagra. Treibende Kräfte hinter diesem Potenz-Marathon sind  - natürlich – die Männchen. Die lassen auch deshalb nix anbrennen und nicht so schnell vom Objekt ihrer Begierde, damit etwaige Konkurrenten nicht zum Zuge kommen. Und gegen den Harem eines Seeelefanten sind die Kemenate von Scheich Abdullah ibn Präserla in Hafar al-Batin monogamistisches Ödland. Ein Bulle dieser größten Robbenart der Welt schart bis zu 50 Damen um sich und beglückt sie nacheinander. Dagegen macht der Emir keinen Stich und muss die Segel seiner Wüstenschiffe streiche(l)n. Andererseits: Im Laufe eines 60-jährigen Lebens hat ein Mann insgesamt fünf Jahre lang eine Erektion –  während er schläft.  

Das tun die maskulinen Leos, die wir in diesem Zusammenhang auch nicht unters in der Savanne stehende Lotterbett fallen lassen dürfen, den ganzen Tag. Aber dann! Ein Löwen-Kerl kann sich 40 mal am Tag paaren, und das mehrere Tage hintereinander. Das darf der ungläubige Ulli Horch aus Nanzenbach hier nachlesen. Gegen ihn, nicht den Uli, sondern den „König der Tiere“, sind die Karnickel Asketen. Die Paschas unter den größten Landraubtieren Afrikas, die ja auch im Hessischen Staatswappen erscheinen, sind, wenn’s drauf ankommt, ja auch ausgeruht und „fit for fun“. Weil sie Frauchen das Jagen überlassen, zum Anschaffen schicken und selbst den ganzen Tag über nur faul in der Sonne dösen.

Mega-Pussis aus Finnland

Pussis

Guten Appetit! Die Finnen haben offensichtlich Sinn für Humor. Der Ausdruck „Pussi“ steht bei den Nordskandinaviern allerdings für „Tüte“. Und davon gibt es große und kleine – gefüllt beispielsweise mit lecker-fettigen Kartoffelchips. Fotos: Screenshot

Da kann man abends schon mal gehörig auf den Busch klopfen, den Omnipotenten raushängen und die Muskeln spielen lassen. Die rumänische Entsprechung für den Begriff Muskel lautet übrigens „Muschi“, während „Pussi“ im Finnischen „Tüte“ heißt. Deshalb im Urlaub nicht wundern, wenn in den dortigen Supermärkten Kartoffel-Chips-Beutel mit der Aufschrift „Minipussi“ oder „Megapussi“ angeboten werden. Das hängt von der Packungsgröße ab. Warum die Engländer den Mondfisch freilich „sunfish“ nennen, bleibt ihr Geheimnis. Aber das gehört hier ja eigentlich nicht hin.

Prachtkäfer und deutsche Männer stehen auf Bierflaschen

Wenn bei uns Menschen die Dame des Hauses vom kräftezehrenden Extrem-Shopping heimkommt, ist in der Regel die Luft raus – auf beiden Seiten. In einer Greenpeace-Umfrage gaben mehr als die Hälfte der Frauen an, dass sie shoppen, um sich aufzumuntern, das eigene Selbstwertgefühl zu steigern und Stress abzubauen. Das hat „Er“ unterdessen längst getan und sich dabei wenigstens an realen Bierflaschen festgehalten, während der in Australien lebende Prachtkäfer solche nur deshalb häufig begattet, weil  er die gläsernen Pullen, wenn diese in der Sonne schimmern, mit dem Rückenpanzer eines Weibchens verwechselt. Dann doch lieber ein (Günther-)Oettinger-Pils. Wobei ein solches wesentlich umweltfreundlicher ist als beispielsweise Milch. Die Herstellung eines Liters Gerstensaft geht mit einem Ausstoß von 460 Gramm CO2 daher, bei der von Milch hingegen beträgt dieser Wert mehr als doppelt so viel, nämlich 950 Gramm. Ach so: In dem Terminus  „Kaufrausch“ ist das Wort „frau“ werkseitig schon enthalten.

Furzrekordler, die mit dem Pimmel Fliegen verscheuchen

Blue whale, California

Der Blauwal kann bis zu 33 Meter lang werden und ein Gewicht von 200 Tonnen erreichen. Er ist damit das größte Lebewesen der Erde. Sein Herz ist so groß wie ein VW-Käfer. Und er hat mit drei Metern auch den längsten Pimmel. Braucht dahingehend also keinen Größenvergleich zu scheuen. Foto: wwf

Keinen Größenvergleich zu scheuen braucht der Blauwal. Er hat mit Abstand den Längsten. Der erreicht bis zu drei Meter und hat einen Durchmesser von 30 Zentimetern. An Land hingegen toppt der afrikanische Elefant alles. Dessen strammer Max misst in erregtem Zustand 1,80 Meter. Damit verscheuchen die Dickhäuter, die, wie Forscher herausgefunden haben, an einem Stück länger als 40 Sekunden ohne Pause furzen können, auch schon mal Fliegen oder kratzen sich damit. Ich stelle mir gerade vor, wie das bei meinem Abteilungsleiter aussehen würde. Der Rüssel der Entenmuschel ist fünfmal so lang  wie diese selbst. Gut, das hat taktische Gründe. Die zu den Rankenfüßern zählenden Krebstiere sind ziemlich sesshaft. Haben sie sich einmal irgendwo niedergelassen, können sie sich nicht mehr fortbewegen und müssen dieses Mobilitätsdefizit, um den Weibchen in ihrem Revier trotzdem Genüge tun zu können, ja irgendwie ausgleichen. Dagegen ist der Bandwurm ein armer Wurm.  Diese Darmparasiten, die im Extremfall bis zu 40 Meter lang werden können, punkten allein mit der Zahl ihrer Sexualorgane. Da sind schnell schon mal mehrere Hunderttausend auf engstem Raum versammelt. Diese Cestoden sind allerdings meist Einsiedler und pflegen sich als Zwitterwesen in der Regel selbst zu befruchten. Do it yourself!

Hustende Wespenspinnen haben den Menne zum Fressen gern

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Das Weibchen der Wespenspinne ist fünfmal größer als ihr Kerl und hat diesen zum Fressen gern. Während des Geschlechtsaktes wird der arme keine Macker verspeist. Wenn er Glück hat, kommt er schwer verletzt und beinamputiert davon. Ein ziemlich hoher Preis für ein erotisches Schäferstündchen, das oft nur Sekunden dauert. Foto: Masaki Ikeda

Um noch mal auf die Gottesanbeterin zurück zu kommen. Nicht nur in ihrer Umarmung haben Lustknaben wenig zu lachen. Die der Wespenspinne sind mindestens genauso arm dran und bekommen es, vor allem in der Paarungszeit, mit extrem aggressiven Tussis zu tun. Im Lateinischen gibt es dieses Wort auch. Es bedeutet „Husten“. Kaum, dass sich die Wespenspinnen-Machos der hustenden Madam(e) genähert haben, entpuppt sich diese als Femme fatale, mutiert zur Kannibalin und schlägt blitzschnell zu. Was fortpflanzungs-technisch ja eigentlich kontraproduktiv ist. „Madam“ heißt auf Thai übrigens „schwarzer Hund“. Darauf basiert auch die Redewendung „auf den Hund gekommen“. Manchmal hat das Männchen auch Glück und kann unversehrt fliehen. Meistens entreißt ihm die Herzensdame jedoch zumindest ein paar Beine. In etwa 65 Prozent der Fälle verspeist das Weibchen den Partner aber komplett. Weil es ihn zum Fressen gern hat.

Europäische  Filigran-Appetitler verspeisen 4.233 Tonnen Froschschenkel

Überhaupt haben diese Achtbeiner deutlich mehr Appetit als Menschen. Forscher aus Deutschland, Schweden und der Schweiz haben ausgerechnet, dass Spinnen weltweit fast 800 Millionen Tonnen Insekten und andere Kleinsttiere pro Jahr verputzen. Der Homo sapiens schafft gerade mal die Hälfte an Fleisch und Fisch. Und da sind die 4. 233 Tonnen Froschschenkel, die die EU 2015 importierte und von denen die größte Rate in Frankreich landete, schon mitgerechnet. Dass pro Jahr 84 Millionen Quaker den Kopf und anderes verlieren, liegt also mehrheitlich an den gourmettechnischen Präferenzen der führenden westlichen Feinschmeckernation. Überwiegend handelte es sich bei den so geschätzten Extremitäten um solche der  indonesischen Krabbenfrösche. Die sind auch bei den Eidgenossen äußerst beliebt. Auf den Tellern der Schweizer landen im Jahr etwa 90 Tonnen davon.  Die Amerikaner sind jedoch weltweit der größte Abnehmer dieser grenzwertigen Leckerlis.

Helene Fischer und die Bald Wildunger Schmerztuben

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Stimmt die Musik, legen Hühner mehr Eier. Das Federvieh steht vor allem auf Pop. Werden die Tiere allerdings mit Helene Fischer oder den Songs der Bad Wildungener Schmerztuben berieselt, stellen sie die Produktion ein. Was ja nachvollziehbar ist. Grafik: Artemtation

Lassen wir den Kampf der Geschlechter mal außen vor.  Die Welt der Tiere hat auch abseits dieses Schlachtfeldes viel an Kuriosem und Erstaunlichem zu bieten. So päppeln Tauben, Flamingos und Kaiserpinguine, die, hat zumindest unser Bio-Lehrer immer behauptet, ja nicht zu den Säugetieren gerechnet werden, ihren Nachwuchs mit Milch auf. Und die produzieren sie jeweils in ihren Kröpfen. Und Hühner lieben Popmusik. Werden sie damit beschallt, legen sie mehr Eier. Wenn hingegen Helene Fischer oder die Bad Wildungener Schmerztuben aus den Boxen dröhnen, streikt das Federvieh. Sind die Gagas eher rechteckig, stammen sie von einem Katzenhai. Bei Kühen beeinflusst Beethoven die Milchleistung positiv. Wovon jenes Eutervieh, das 1960 auf Kuba auf der Weide vom Trümmerteil einer abgestürzten amerikanischen Rakete erschlagen worden war, auch nichts mehr hatte. Außerdem soll das Tier zu Lebzeiten auch mehr auf Salsa und Habanera gestanden haben. Es trug den eher Insel-untypischen Namen „Liesel“. Wenn man 735317 in den Taschenrechner tippt und das Display umdreht, erscheint genau dieses Wort.

Esel vertreiben Raubtiere, Spinnen Hausierer

In Namibia und inzwischen auch in Sachsen werden Esel als Wachhunde eingesetzt, um Schafherden vor Raubtieren zu schützen. Normalerweise sitzen die Esel aber auf den Vorarbeiterstellen. Ihre Schreie sind markerschütternd und vertreiben Angreifer und wecken den Schäfer bzw. den Schichtleiter. Pinguine sprechen die gleiche Sprache wie Esel. Sie sagen ebenfalls „I-A“. Bei der nächsten 3SAT-Doku über die Antarktis also mal genau hinhören. Manche Spinnen, die am Südpol aber eher weniger verbreitet sind, bauen aus toten Käfern und ihrem eigenen Faden ein Double von sich selbst, um somit Feinde zu verwirren und zudringliche Besucher abzuschrecken. Der Trick funktioniert auch bei unserer Nachbarin. Da traut sich kein Hausierer und Spendensammler mehr hin.

Wenn sich Fledermäuse zum Affen machen

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Mexikanische Bulldoggfledermäuse – hier ein Foto ihrer europäischen Vettern – machen sich bei der Brautschau zum (Caruso-) Affen und versuchen, die Angebetete durch komplexe Gesänge für sich zu gewinnen. Diese Masche versucht unser örtlicher Männergesangverein seit Jahren zu kopieren – mit eher mäßigem Erfolg. Foto: Tadarida Teniotis

Drescherhaie schlagen ihre Beute mit der Schwanzflosse tot oder besinnungslos, um sie anschließend in Ruhe verspeisen zu können. Mähdrescher sind wieder etwas anderes. So nennt man solche Schäfer, die ihre Tiere quälen und vermöbeln. Männliche mexikanische Bulldoggfledermäuse machen sich, wenn sie auf Brautschau gehen, zum Caruso-Affen und fangen an zu singen. Sobald ein Mädel Interesse zeigt, intonieren die Flattermänner noch komplexere Weisen, um das Interesse der Angebeteten wach zu halten und gegebenenfalls noch zu steigern. Diese Masche versucht unser örtlicher Männergesangverein seit Jahren zu kopieren. Der Erfolg hält sich allerdings in Grenzen.

Dornen am Maul und Haare auf den Zähnen

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Stabheuschrecken haben es voll drauf und sind wahre Sex-Monster. Die rammeln zehn Wochen am Stück! Ungedoped und ohne Viagra. Fotos: Pixabay/Screenshot

Regenwürmer haben übrigens keine Lunge, dafür aber zehn Herzen. Was ein Belastungs-EKG zu einer ziemlich aufwändigen Sache macht. Kraken geben sich mit drei Pumpen zufrieden. Der männlichen Hippster-Kröte wachsen Dornen am Maul, mit denen sie sich gegen Feinde verteidigt. Nicht wenigen unserer Ehefrauen wachsen, kaum dass das Ja-Wort gesprochen, stattdessen  Haare auf den Zähnen. Und die schrecken nicht nur Gegner ab. Hätte man(n) das bloß  vorher gewusst…. Insofern ist völlig unverständlich, warum zwei Drittel der Deutschen nach wie vor an die Existenz von Engeln, aber nur noch 64 Prozent an Gott glauben. Der hat uns das ganze Dilemma ja schließlich eingebrockt, als er Adam eine Rippe entnahm und daraus Eva fabrizierte. Was wieder einmal beweist, dass bei Diebstahl nichts Vernünftiges herauskommen kann. Der dänische Ausdruck für „verheiratet“ ist sinnigerweise „gift“. Und das hebräische Wort für Ehemann, „ba’al“, bedeutet auch „Besitzer“. Eigentum verpflichtet, steht schon im Grundgesetz. Es kann aber auch Last und Bürde sein.

Übergewichtige Katzen und adipöse Yankees

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See-Elefanten geben sich nicht nur mit einer zu frieden. Ihr Gefolge besteht aus bis zu 50 Damen. Und die beglückt der Chef nacheinander. Da kann selbst Scheich Abdullah ibn Präserla nicht mithalten. Dessen Harem in Hafar al-Batin ist dagegen monogamistisches Ödland. Foto: Pixabay

Jedes fünfte Pferd in England und jede dritte Katze bei uns ist übergewichtig. 63 Prozent unserer atlantischen Freunde jenseits des großen Teichs sind es auch. 27 Prozent der US-Amerikaner gelten sogar als adipös. Was dem Wahlkampf-Slogan des inzwischen als Präsident inthronisierten Trump-eltiers noch mehr Gewicht verleiht: Make America Great Again! Und da wären auch noch die Termiten. Die können sich sogar selbst in die Luft sprengen und versprühen dabei eine hochgiftige Flüssigkeit. Erinnert ein klein wenig an die Selbstmordattentäter von Al-Qaida  und die des „IS“. Ein Kürzel, das übrigens für „Intelligence Suboptional“ steht.

Ach ja, wenn man einem Huhn den Kopf abschlägt, kann es danach noch ein paar Minuten herumlaufen. Die Henne. Nicht der Kopf. Weil das Nervenzentrum dieser gackernden Vögel nämlich in deren Rückenmark liegt. Und bis die mortale Message dort ankommt, kann dauern. Bei Klapperschlangen ist das ähnlich. Die können noch eine Stunde nach ihrem amtlich festgestellten Tod zubeißen. Zu Lebzeiten, wenn es ums Poppen geht, sind sie mit 22 Stunden und 75 Minuten dahingehend die Rekordhalter unter den Landwirbeltieren. Und dabei belassen wir es jetzt erst einmal.

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