Rotorman's Blog

Jäger-Demo in Wiesbaden wird zum
Familientreffen der Zwillinge und Klone

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Mit diesem Plakat wirbt der Deutsche Jagd-Verband um rege Teilnahme für die am Samstag geplante Demo in Wiesbaden. Es suggeriert Manpower und Entschlossenheit. Doch kurioserweise tauchen viele der Protestler auf der Grafik mehrfach auf. Der ein oder andere Müllwerker hat sich auch ins Bild gemogelt.

Wenn die Hessischen Nimrods, die Teile ihrer Felle davonschwimmen sehen, am Samstag vor der Wiesbadener Staatskanzlei aufmarschieren, um gemeinsam mit aus anderen Bundesländern  angereisten Kollegen gegen die neue Jagdverordnung zu demonstrieren, dürfen sie sich unter Gleichgesinnten wähnen. Und viele von ihnen sehen auch gleich aus. Absolut. Wie aus dem Gesicht geschnitten. Die Ähnlichkeit ist verblüffend.

Das wird ein berauschendes Zwillingstreffen. Und mit Zwillingen sollten sich die Teilnehmer ja auskennen. Zumindest mit Zwillings-Büchsen. Gut, die Glimmer-Twins  Mick und Keith haben kurzfristig abgesagt, und die beiden Kessler-Mädels kommen auch nicht.  Tom und Bill von Tokio Hotel sind verhindert. Und Robin und Maurice Gibb von den Bee Gees weilen bedauerlicherweise ja inzwischen in den ewigen Jagdgründen. Aber ansonsten gegen sich die doppelten Lottchen in der Landeshauptstadt en masse die Klinke in die Hand.

Verblüffende Ähnlichkeiten: Klone und Zwllinge

Das offizielle Plakat des Deutschen Jagd-Verbandes, mit dem dieser auf seiner Webseite um eine möglichst  große Beteiligung an der Protestaktion wirbt, zeigt eindrucksvoll, dass sich die schießenden Heger nicht nur in ihrer Sicht der Dinge ähneln, sondern das auch optisch von ihrem Äußeren her tun. Wir reden jetzt nicht von uniformer Gleichförmigkeit, sondern von der Physiognomie und der individuellen Attitüde.

Auf besagtem Plakat stehen sich die Doppelgänger und Klone  zwar nicht direkt gegenseitig auf den Füßen, aber ihre strategisch über die Aufnahme verteilte Häufung ist doch recht auffällig.  Da gleicht so manches Ei absolut dem anderen. Ähhmmm??? Also, mir wäre das zunächst beim flüchtigen Betrachten gar nicht ins Auge gefallen, aber der Kieler Grafiker Thorsten Hardel hat das sofort gesehen und als Schwindel entlarvt.

Waidmännner und Müllwerker Schulter an Schulter

Photoshop macht’s möglich. Der Webdesigner, vielleicht war es auch ein für diese Zwecke hinzugezogene Freelancer, hat sich aber als Dilettant geoutet und sollte noch etwas im Umgang mit dieser ebenso genialen, wie komplexen Software üben. Wo auch immer das als Vorlage dienende Ursprungsfoto entstanden ist: Um dem Betrachter Stärke und Manpower der Jagerschaft  zu suggerieren, hat der unbedarfte Schwindler einfach Personen ausgeschnitten, kopiert und erneut ins Bild kopiert. Sieht dann natürlich gleich nach viel mehr aus. Und so ein paar Müllwerker haben wohl auch als Statisten herhalten müssen.

Dieses Gebaren erlaubt natürlich gewisse Rückschlüsse und wirft ein bezeichnendes Licht auf das Taktieren und die Honorigkeit der pirschende Lodenmäntler, denen, um ihre eigennützigen Interessen durch zu drücken, offenbar jedes Mittel Recht ist. Auch das der gezielten Manipulation. Muss man sich da wundern, wenn immer mehr Menschen den fadenscheinigen Argumenten der um den Einklang der Schöpfung Besorgten keinen Glauben mehr schenken?

Eine Hasenpfote aus dem „Hinterhalt“

Die Zahl der bislang entdeckten Übereinstimmungen auf der inkriminierten Grafik  muss nicht das Ende der Geweihstange bedeuten. Das Jäger-Fachmagazin „Der Hinterhalt“ hat inzwischen einen Wettbewerb ausgelobt. Wer weitere Doubletten auf dem Foto entdeckt, erhält als Belohnung eine (getrocknete) Hasenpfote. Die bringt Glück, wenn auch post mortem nicht den ursprünglichen Besitzern dieser Extremität. Die haben es hinter sich. Aber sie gewährt lebenslang freien Eintritt im Jagdmuseum in Gifhorn. Dort wird demnächst auch das Original-Plakat  als Leihgabe zu bewundern sein.

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