Rotorman's Blog

Weichenstellung für die Zukunft: Breitscheid
unterstützt Bauvorhaben der Sportspringer

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Die Breitscheider Skydiver haben Grund zum Jubeln: Sie sind nicht nur sportlich auf der Überholspur und blicken auf eine erfolgreiche Saison 2015 zurück. Die Gemeindegremien stehen auch hinter hinter ihren Plänen, auf dem Flugplatz ein großes Sprungzentrum zu errichten. Foto: Sven Vollert

Von Jürgen Heimann

Der kommunale Ausschuss für Umwelt, Bauen und Dorfentwicklung hat bereits einmütig Starterlaubnis erteilt. Da dürfte die Zustimmung des am kommenden Montag tagenden Gemeindeparlamentes mehr oder weniger Formsache sein. Für die am Breitscheider Flugplatz beheimateten Fallschirmsportler wäre das Votum eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Eine solche hoffen die Skydiver auf der “Hub” langfristig zu haben. Hier bevölkern sie, mit wachsender Beteiligung und steigendem Erfolg, seit knapp vier Jahren den Himmel. Und sie möchten das hier und nicht woanders auch künftig tun. Einzig die provisorische Infrastruktur ihrer “Dropzone” hätte dem mittel- und langfristig entgegengestanden.  Das Hütten- und Containerdorf, das den 120 Vereinsmitgliedern und ihren Gästen mehr schlecht als recht als Quartier und Unterschlupf dient, ist kein Zustand auf Dauer. Aber das soll sich ändern. Der Verein “Skydive Westerwald” geht seit längerem mit der Überlegung schwanger, parallel zur Landestrasse 3044 ein Sprungzentrum aus dem Boden zu stampfen, das diesen Namen auch  verdient und das dann eines der größten in Hessen wäre. Auf dem von ihm genutzten 5.000 Quadratmeter großen Grundstück, das direkt an das frühere Flugplatzhotel angrenzt, ist die Errichtung einer 50 Meter langen und 20 Meter breiten Halle vorgesehen,  Flugzeughangar, Schulungs-, Lager- und Sozialräumlichkeiten inklusive. Investitionsvolumen: Etwa eine halbe Millionen Euronen. Einen solchen Funktions-Palazzo hätten die Freifaller aber theoretisch auch woanders verwirklichen können, beispielsweise auf dem Areal des benachbarten Siegerlandflughafens. Daselbst haben die Luftsportler aus dem Hessischen sowieso schon einen Fuß in der Türe. Ein Wochenende pro Monat packen sie hier ihre Schirme. “EDGS” ist ihr zweites Standbein. Und dort parkt auch das neue Absetzflugzeug, das sich die Himmelstaucher im Frühjahr zugelegt und in einem “Gewaltritt” aus dem ostafrikanischen Tansania eingeflogen hatten. Für diesen schnittigen, 20 Springer fassenden  Riesenvogel ist in den Breitscheider Hangars kein Platz.

Skydiving als Wirtschaftsfaktor

Doch das Herz der umtriebigen Schirmathleten schlägt nur mal für die “Hub”.  Dort fühlt man/frau sich wohl,  ist willkommen und integriert und generiert nebenbei 40 Prozent aller hier stattfindenden Flugbewegungen. Allein diese Tatsache ist für die Platzherren, die Luftsportgruppe Breitscheid-Haiger, ein wichtiges, wenn nicht sogar das entscheidende Argument dafür, die “Untermieter” unbedingt halten zu wollen. Entsprechend eindeutig Signale haben die LSG-Aero-tiker auch in Richtung Rathaus gesendet. 

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Das neue Domizil der Sportspringer soll parallel zur Landesstrasse direkt im Anschluss an das frühere Flugplatzhotel auf dem bereits von ihnen genutzten 5.000 Quadratmeter großen Areal entstehen. Foto: Skydive Westerwald

Der Verkehrsflugplatz gewinnt an Bedeutung

Die Gründe der Gemeindepolitiker für eine entsprechende Änderung des Flächennutzungs- und Aufstellung eines Bebauungsplanes gehen allerdings noch ein Stückchen über diesen Tellerrand hinaus. So könnten in einem Aufwasch, quasi “nebenbei”,  die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe geschaffen werden. Das müssen nicht zwingend solche aus der Luftfahrtbranche sein, können aber. Platz ist ja am Platz genug.  Die Planungen der Springer sehen ferner die Ausweisung einer gesonderten, sich direkt an die neue Halle anschließenden Fläche für Wohnmobile vor, womit auch der touristisch relevanten Note Rechnung getragen wäre. Davon abgesehen sind es ja nicht nur Fallsüchtige aus der Region, die hier ihrem rasanten Hobby nachgehen. Nicht wenige dieser Aero-Jünger reisen von weit her an, um über die “Hub” aus dem Flugzeug zu hüpfen. “Skydive Westerwald” und der hiesige Sprungplatz genießen in den einschlägigen Kreisen einen exzellenten Ruf.

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Seit dem Frühsommer im Dauereinsatz: Die „Foxtrott-Sierra-Whisky-Whisky“ ist der eigens aus Tansania importierte und überführte Stolz der Westerwälder Sportspringer. Das statliche Absetzflugzeug passt jedoch in keine Halle auf dem Breitscheider Flugplatz. Das könnte sich bald ändern. Foto: Stefan Gessner

Der Verkehrsflugplatz selbst hat auch in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt durch die Ansiedlung einer neuen Flugschule mit angeschlossener Werft für Ultraleichtmaschinen. Auch gibt es hier eine nicht zu übersehende Wanderungsbewegung, ausgelöst und getragen durch Mitglieder anderer regionaler Flugsportvereine, die sich in Breitscheid deutlich bessere Voraussetzungen versprechen. Und ein Ende dieses Trends ist noch nicht abzusehen.

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Direkt an die neue Halle, in die ein Hangar für das Flaggschiff des Vereins, die Cessna „Supervan“, sowie Sozial, Schulungs- und Lagerräume integriert sind, soll ein Areal für Camping und Wohnmobile ausgewiesen werden. Grafik: Brendebach-Ingenieure

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